Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Im freien Lande. 303

Gräfin Hebe ſchütelte gleichfalls das Haupt, ihre Au⸗ gen begegneten denen des Vetters mit einem dunklen Blicke.„Bin ich zu hart geweſen,“ ſagte ſie,„es würde mir bitter leid thun, allein ich konnte nicht anders, Vetter. Es ſtand nicht allein für das Kind, ſondern auch für uns alles auf dem Spiele. Sie wiſſen, cher Papa iſt, wo es ſeinen Plänen gilt, zuweilen noch jung und in der Wahl ſeiner Wege und Mittel nicht ſchwierig. Und Sie wiſſen, es iſt eine Natur, die man, wenn man gegen ſie aufkommen will, nicht mit Handſchuhen anfaſſen darf. So that denn auch ich nicht,“ ſetzte ſie mit einem ſeltſamen Lächeln hinzu. Und da die Anderen ſchwiegen, ſprach ſie nach einer Weile:„Sie ſollten aber nach ihm ſehen, Vetter, und ob wir endlich wieder hier heraus können. Ich glaube, es geht uns allen gleich,— man erſtickt hier.“—

Als Chriſtian nach einer halben Stunde wieder kam, contraſtirten ſeine Mienen nicht nur mit denen der Da⸗ men, welche wieder heiter und muthig und in der endlich einmal gewechſelten Kleidung auch friſcher dareinſchauten, aufs auffälligſte, ſondern zeigten auch einen von dem ge⸗ wöhnlichen des alten Herrn ſehr verſchiedenen Ausdruck. Er ſah geradezu niedergeſchlagen aus und berichtete doch zuerſt von dem, was ſich in der Stadt zugetragen hatte. Die Nachricht von dem dortigen Siege hatte eben das Schloß erreicht.

„Und dazu ſehen Sie wie ein Leichenbitter aus?“ fragte Hebe, ihn ſcharf ſixirend,

„Was hilft's!“ verſetzte er.„Der Menſch hängt doch

pro primo von ſeiner Umgebung ab. Es ſieht im Schloſſe

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