Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Im freien Lande. 299

ſein, die, wie er von ſeinem Oheim Karſten gehört zu haben meine, zu einem Zeichen, daß alles zum Ausbruche fertig, beſtimmt ſei. Der Burſche wollte nicht ſagen, wie er ſich der Aufſicht der Franzoſen habe entziehen und zu ſeiner Gebieterin gelangen können. Aus dem Schloſſe, von dem Grafen Hartmuth und dem Vetter wußte er nichts; die Dienerſchaft war eingeſperrt. Allein er meinte, wenn man nur den Freunden draußen ein Zeichen geben könnte, ins Schloß würden ſie ſchon zu bringen ſein. Gräfin Hebe ſchüttelte dazu den Kopf. Was hier ſtand, mußte von ſelber fallen, ſobald der Feind draußen beſiegt war. Sie ſcheute die Gefahr eines Kampfes, die Raſerei der Sieger oder Beſiegten für die Ihrigen.

Die Exploſion in G. ließ ihren Donner und die Er⸗ ſchütterung des Bodens im Schloſſe deutlich genug ſpüren. Die Damen nahmen das freilich gern als ein gutes Zei— chen, allein ſie wußten doch nicht, was es war, und Hebe, die zwar in ruhiger und gefaßter, aber nicht gerade vertrauensvoller Stimmung war, dachte unwillkürlich an die alten Gewölbe in Ober⸗Rhoda und die dort aufgehäuf⸗ ten Vorräthe. Es ſchien ihr nicht möglich zu ſein, daß für die Patrioten alles günſtig und ohne böſe Zwiſchen⸗ fälle verlaufe. Der Gedanke an Hoven und ſein vielleicht ſchon blutig entſchiedenes Geſchick lähmte nicht ihre Ent— ſchloſſenheit, aber ihre Hoffnungen und ihr freudiges Ver⸗ trauen.

Und wieder verging eine tödtlich lange Stunde. Sie wollte ſich mit einer Frage an den Diener wenden— er war nicht da und auch nicht im Nebenzimmer, wo die drei

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