298 Zweiunddreißigſtes Kapitel.
Vial, ſei entſchloſſen, es zu halten.— Die Frage Hebe's nach dem Vetter Chriſtian, ihr Wunſch, mit ihm oder auch mit dem Vater zuſammen zu bleiben, wurden erſtere nur mit einem Achſelzucken und letztere mit einem entſchiede⸗ nen, wenn auch höflichen Abſchlage beantwortet. Vial hatte freilich Grund, die Rückkehr des Vetters nicht zu⸗ zugeſtehen. Hatte er doch durch ihn, den Einzigen, der von G. wieder zum Schloſſe zurückkam, endlich die Ueber⸗ zeugung gewonnen, daß er abgeſchnitten und daß das ganze Land zwiſchen Renaud und ihm im Aufſtande ſei. Das war nichts für die Damen.
Und dann hörten ſie unter ſich den dort befindlichen Eingang verrammeln; ſie hörten beim Einbruch der Dun⸗ kelheit wirklich den Lärm eines Angriffs, das Geſchrei der Kämpfenden; ſie ſahen die Angreifer zum Theil im Parke ſelbſt, ſahen Schüſſe aufblitzen und hörten die zerſchmetter⸗ ten Fenſter klirren. Ihren Flügel ſchonte man augen⸗ ſcheinlich. Aber ſie zogen ſich doch in die entlegenſten, ſicherſten Gemächer zurück, die ihnen zugänglich blieben.
Und der Lärm ließ wieder nach, der Angriff war abgeſchlagen, man hörte aus den weitläufigen Räumen des Schloſſes kein Geräuſch mehr. Es verging ein tödt⸗ lich langer Abend, bis ſie nach zehn Uhr den Feuerſchein von dem angezündeten nächſten Douanenpoſten zu ſich herüberleuchten ſahen. Die Schüſſe, die dort fielen, ver⸗ wehte freilich der hier an der Küſte ſcharf vorbei ſtreichende Wind.— Bald darauf fand ſich plötzlich Karl, der Die⸗ ner, zu ihnen mit der Nachricht, daß man auch nach G. zu Feuer bemerkt habe; es müſſe die Mühle von Bruch
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