Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Harren und Sorgen. 35

vermittelten Mittheilungen des jungen Weſtfalen, daß ſich in G. Artillerie ſammele und daß man von Hamburg aus durch das M.'ſche demnächſt Verſtärkungen erwarte, die vielleicht ſchon auf dem Marſche ſeien.

Von dem, was es in Hebe's Umgebung und im Schooße ihrer Familie gab, wäre augenblicklich nur Unbe⸗ ſtimmtes zu ſagen. Es gab da nichts Neues; ſie achtete gegenwärtig aber auch weniger darauf, da ſie durch das bisher Mitgetheilte hinreichend und ernſtlich in Anſpruch genommen wurde.

Sophie Magdalene hielt ſich in einer ruhig unbe⸗ fangenen, zuweilen ſogar heiteren, ſtets freundlichen Weiſe, wie wir es von dem geiſtes⸗ und herzensſtarken jungen Mädchen vorausſetzen durften. Sie blieb in anſcheinend nur artigem, in Wirklichkeit aber ſtets innigerem Verkehr mit Stephanien und gewann die innerlich ſo ſehr Verän⸗ derte täglich lieber. Hebe hatte den Umgang mit der früher wenig ge⸗ und beachteten Nichte, wie wir wiſſen, ſelbſt auf ein Minimum beſchränkt, und er ging kaum über gelegentliche kurze Begegnungen und Mittheilungen hinaus— ſie hatten ſich auch nichts Neues zu ſagen und ſcheuten Beide eine neue Anregung des traurigen Ge⸗ ſprächs in jener Nachmittagsſtunde. Hebe wußte ſich und die Nichte beobachtet und hatte trotz allem, was gegen⸗ wärtig ihren Kopf erfüllte und ihr Herz bewegte, auch hiefür Beſinnung und Ueberlegung genug, um ſich keine Blöße zu geben. Der Vater endlich hatte ſeit ihrer letzten kurzen Unterhaltung mehr wieder die alte Weiſe einer ge⸗ wiſſen majeſtätiſchen Höflichkeit und eines anſcheinend guten

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