10 Einundzwanzigſtes Kapitel.
klingenden Dialekt und indem er hin und wider ein frei⸗ lich gleichfalls nicht rein betontes franzöſiſches Wort ein⸗ fließen ließ:„damit man Einem etwas aufbindet, muß man ihm doch auch etwas ſagen. Geſagt iſt uns aber nichts, ſondern wir haben es nur erhorcht. Und als wir dann weiter fragten und forſchten, gab man uns auf ſo widerwillige und einſilbige Weiſe Auskunft, daß man leicht bemerkte, die Gefragten ſeien überraſcht und ließen ſich nur gezwungen zu einer Antwort herbei.“
„Und weßhalb kann das alles nicht berechnet geweſen ſein?“ bemerkte der erſte Douanier wieder mit anklingen⸗ dem Spott.
„Nichts, Kamerad! Ihr kennt dieſes Land⸗ und Küſten volk doch noch nicht. Grob und hart ſind ſie, ſchweigen können ſie auch und haſſen thun ſie uns wie den Teufel, aber dergleichen Kniffe und Intriguen wachſen in dieſen Köpfen nicht.“
„Und dennoch hat geſtern Abend eure Patrouille ſelber den Zug geſehen,“ fiel jetzt der Mann in der Che⸗ nille ein.
„Woher wißt Ihr das? Unſere Patrouille?“ rief der erſte Douanier faſt laut, während zugleich auch der auf dem Steine Sitzende wie überraſcht den Kopf erhob.
„Verlaßt euch darauf, es iſt ſo. Ich habe heute Morgen den Rapport des Brigadiers gehört—“
„Erhorcht?“ warf der ſtehende Douanier dazwiſchen.
„Gleichviel!— Es iſt, wie ich ſage. Die Sache wird alſo noch heimlicher betrieben, als ich bisher dachte, d ſelbſt ihr nichts davon wißt.“
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