Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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306 Zwanzigſtes Kapitel.

Stephanie nahm mich in Beſchlag mit einem Briefe mei⸗ ner reichsgräflichen Schweſter.

Sie hat dir von dem Heiraths⸗Antrage geſagt? fragte er lebhaft.

Mich ſogar zu Rathe gezogen, Papa!

Eine Albernheit! warf er hin.Und du, mon enfant?-

Ich? Nun, da ich ſie nicht gerade abgeneigt fand, habe ich ihr natürlich zugerathen.

Nicht abgeneigt? Und ich verſtehe das nicht! ſagte er in ſichtbarer Verwirrung.

Sie ſchaute ihn mit freundlichem Lächeln an.Papa, es iſt doch ſo einfach, verſetzte ſie.Stephanie iſt zwan⸗ zig Jahre alt und nicht reich. Selbſt wenn es ſo käme, wie Sie neulich andeuteten, müßte ſie doch an eine Hei⸗ rath denken. Und wo findet ſich jetzt jemand, wo alle Welt eher an alles Andere, als an dergleichen denkt? Ich weiß wohl, wen Sie im Sinne haben. Aber Papa, wir wiſſen ja gar nichts von ihm. Renaud ſchwört mir, er wiſſe auch nichts. Und überdies, im Vertrauen, Papa glauben Sie, daß unſer Adel einen Fremden unter ſich dulden würde, zumal nach ſolchen Vorgängen? Sie wiſſen doch, daß Eberhard und Eugen, mögen ſie auch politiſch vereinzelt ſtehen, im Uebrigen ſehr geachtet, ja, geliebt ſind? Und da ſie die Blicke des alten Herrn immer ver⸗ wunderter werden ſah, ſetzte ſie gänzlich abbrechend hinzu: Apropos, Papa, wie denken Sie jetzt über das, was wir neulich Morgens beſprachen, wo ich jener alten Prophe⸗