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Gräfin Hebe daheim. 305
auszunützen wiſſen, wie man es bereits drüben in Rhoden⸗ felde ſehen könne. Er wurde dabei ganz lebhaft, Papa. Denken Sie, er ſagte, Eugen ſei ein rechter— Sie können wohl denken, was, Papa— daß er geflohen. Er ſelber ſei kein ſolcher—“
Aus des alten Herrn Geſicht waren während dieſer Auseinanderſetzung alle ſo zu ſagen ſelbſtbewußteren Züge verſchwunden. Es war faſt als fühle er ſich wirklich ein wenig gedemüthigt, und es währte auch eine geraume Zeit, bis er ſich aufraffend, eine neue Priſe nahm, die Augen wieder auf die Tochter richtete und plötzlich im ſpöt⸗ tiſchen Tone ſagte:„Du biſt heute recht cordial geweſen mit meiner Enkelin, höre ich, und haſt auch die Sophie Magdalene zu gleichem Zwecke mitgebracht. Immer sage et circonspecte, ma fille! Ich mache dir mein Compli⸗ ment! Du willſt dir die ſpätere Herrin nicht ganz ent⸗ ſchlüpfen laſſen.“
„Immer mißtrauiſch, Papa, immer mißtrauiſch!“ verſetzte ſie kopfſchüttelnd und mit einer Art von Seufzer. „Sie ſollten's doch am beſten wiſſen, daß ich für Geld und Gut und dergleichen wenig Intereſſe habe und noch weniger davon verſtehe. Auch kam unſere kleine Prin⸗ zeß zu mir und nicht ich zu ihr.“
„Zu dir?“ fragte er ſichtbar betroffen.„Ich meine nicht, daß ſie dich, ſchicklich wie immer, empfangen, ſondern daß ſie heute Nachmittag Stunden lang von dir in Be⸗
ſchlag genommen wurde.“
„Das meine ich auch, Papa, und es war umgekehrt.
Hoefer, Fremdherrſchaft. II. 20


