Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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304 Zwanzigſtes Kapitel.

Gräfin Hebe zuckte leicht die Achſeln.Sie wiſſen, mein Bruder hat hie und da ſeinen eigenen Kopf, ſagte ſie mit einer gewiſſen mißbilligenden Betonung.Er wollte auf dieſe Nachrichten gar nichts geben, kaum von ihnen hören; er lachte ſogar dazu.

Graf Hartmuth warf der Tochter einen majeſtätiſchen Blick zu.Er lachte? wiederholte er dann.Ich glaube, mein Kind, du irrſt dich hier in der Perſon. Daß du ſelber gelacht, würde mich nach deiner ſingulären Com⸗ plexion nicht grade befremden

Hebe's Kopfſchütteln ließ ihn inne halten, und dann meinte ſie, diesmal in faſt demüthigem Tone:ach Papa, Gott weiß, daß Sie mich nicht verziehen! Immer Tadel und Mißtrauen! Und von neuem den Kopf ſchüttelnd, fügte ſie hinzu:wirklich, Papa, Eberhard lachte.

Nach einer Pauſe erſt fragte der alte Herr:und kannſt du mir vielleicht dieſes zum mindeſten ungewöhn⸗ liche Lachen erklären?

Die Comteſſe ſchien erſt jetzt ihre gute Laune wieder zu finden.Ei freilich, verſetzte ſie und ließ einen leuch⸗ tenden Blick zu der Gruppe am Sophatiſch hinüber und dann zum Vater zurückgleiten.Er meinte, die Finte ſei ſo kindiſch, daß Sie nur durch Ihre Vaterſorge verhindert ſein könnten, dies augenblicklich zu durchſchauen. Grade durch ſeine Flucht mache er ſich ja überhaupt erſt ver⸗ dächtig und gebe dem habgierigen Commiſſariat Gelegen⸗ heit ſich ſeines Eigenthums zu bemächtigen, das den Frem den in der jetzigen bedürfnißreichen Zeit eine höchſt er⸗

wünſchte Hülfe gewähren müßte. Sie würden es ſchon