Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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Gräfin Hebe daheim. 303³

Herr hatte ſich ſehr zornig darüber geäußert, daß Letzterer überhaupt noch in ſeinem Dienſte.

Gräfin Hebe war dieſes Mal faſt ungeduldig über die ſtete Anweſenheit der Fremden, welche eine Begegnung zwiſchen ihr und dem Vater an dieſem Tage immer mehr verzögerten, ſo daß ſie ſchon auf dieſelbe ganz verzichten zu müſſen glaubte.

Es ſollte jedoch nicht ganz ſo arg werden. Als ſie vor dem Abendeſſen, wie gewöhnlich, den Platz am Ka⸗ mine behauptete und der General Renaud eben zu der auch jetzt wieder um den Sophatiſch gruppirten jüngeren Geſellſchaft getreten war, nahm der alte Herr, der heute gleichfalls ihr gegenüber ſaß, eine höchſt umſtändliche Priſe, richtete ſeine großen glotzenden Augen mit einer Art von Theilnahme auf die Tochter, ſeufzte ſogar und bemerkte dann gedämpft:wir haben uns noch gar nicht geſprochen, ma fille, wie ſehr mein Herz darnach ver⸗ langte! Was beſchließt Eberhard?

Beſchließt? Wie ſo, Papa? Hebe ſchaute aus ihrer ſcheinbaren Ruhe lebhaft auf.

Durch das breite alte Geſicht zuckte plötzlich Verdruß und Ungeduld, im ſcharfen Gegenſatz gegen den bisherigen geſuchten Ausdruck desſelben, und auch die Stimſte des Grafen klang in gleicher Weiſe verändert, als er faſt raſch entgegnete:verſtelle dich nicht, mon enfant, du weißt, was ich meine! Wie nahm er die Mittheilungen über das, was ihm drohen möchte, auf? Iſt er vernünf⸗ tig, wie mein Enkel Eugen, oder muß ich es erleben, daß ein Graf zu Rhoda prozeſſirt wird?