Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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296 Zwanzigſtes Kapitel.

Stephanie ließ die Hände ſinken und ſah die Tante trübe an.„Und es iſt doch Ihr Vater, mein Großvater!“ ſprach ſie leiſe.

„Laß das gut ſein, ſage ich,“ fiel Hebe ein, und zwiſchen den feinen Brauen zeigte ſich ein flüchtiges Zucken. „Erzähle weiter. Unſere Einſamkeit wird gleich zu Ende ſein.“

„Ich bin fertig,“ antwortete die junge Gräfin lang⸗ ſam.„Das alles zwang mich zu einer Mittheilung an Sie, ich fühlte mich gar zu hülflos. Der Vetter ließ ſich noch immer nicht ſehen. Dagegen begegnete ich, als ich gegen Abend in den Salon ging, dem Diener, den ich am Morgen von Ihnen herauskommen ſah, und vertraute ihm den Zettel an.“

Hebe's Lippen preßten ſich einen Augenblick zuſammen, bevor ſie ſagte:„Das war dennoch riskirt, Kind!“

„Ich hatte keine Wahl, Tante. Benachrichtigen mußte ich Sie. Und ich weiß wohl, daß mein Großvater hier außer dem alten Pierre kaum einen Anhänger hat.— Aber noch Eins,“ fuhr ſie fort, und ihre Brauen zogen ſich zuſammen und die blauen Augen blickten wunderbar dunkel;„der Großvater ſprach von dem Vicomte durchaus wie von einem Lebenden, während ich es bisher mir an⸗

ders denken mußte, und auch in den folgenden Tagen kam er, grauſam neckend, auf dieſen Punkt zurück. Lebt der Vicomte, Tante?“

Hebe ſah die Fragerin ein paar Sekunden lang ge⸗ dankenvoll und faſt finſter an. Sie erinnerte ſich jenes Abends in Dreiheiligen und der geheimnißvollen Worte