Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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294 Zwanzigſtes Kapitel.

mitgetheilt. Es iſt ein Diener mit dem Großvater von S. gekommen, der Eugen kennen und haſſen muß—“

„Ich weiß davon. Fahre nur fort, Kind,“ mahnte Comteſſe Hebe die Stockende ruhig.

„Alſo, der hatte ſie gefragt und dem ſagte ſie davon und theilte es mir triumphirend mit. Der Menſch ſoll den Grafen Eugen zu allem fähig und für einen Ver— ſchwörer erklärt haben, der im Herbſte ſchon, eben ſo wie Graf Eberhard, mit fremden Sendlingen verkehrte. Er wittere dergleichen auch hinter dieſem Herrn von Seelhorſt, den er nur einmal zu ſehen wünſche. Kurz, ich weiß nicht, was noch weiter!— Und Joſephine theilte mir eben ſo triumphirend mit, daß er nun ſchon fort ſei, um mit den Douanen zu ſprechen. Als ich ihr dann erſchreckt und zürnend von meinem Befehl, zu ſchweigen, redete— da kam denn das Andere heraus.—

„Ich war ſehr erſchrocken,“ ſprach ſie nach einer Pauſe gepreßt weiter.„Was konnte ich thun, wohin ſollte ich mich wenden?— Sie waren fort, der Vetter ließ ſich nicht ſehen. Ich wußte freilich, daß der Groß⸗ vater dem Grafen Eugen nicht gerade freundlich geſinnt, aber es iſt doch ſein Enkel, und überdies ſchien er mich ſtets zu lieben. Ich flog alſo zu ihm und ſagte ihm alles. Aber wie er es auffaßte— was er mir in Bezug auf den Vicomte und mich ſagte—“

„Das hat dich eben uns vollends in die Arme ge⸗ führt, ich kann mir das ungefähr denken,“ ſprach Gräfin Hebe mit einem bitteren Lächeln, als ſie die tief erröthende Stephanie nach dem letzten Worte wieder ſtocken ſah.