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Zwanzigſtes Kapitel.
von ſeinem Chef verſchickt, nicht die richtige ſein würde. Meine Jungfer, die Joſephine, hat beide Herren zuſam⸗ men aus dem Corridor droben weg und nach des Vi— comte Zimmern eilen ſehen, den Franzoſen mit heftigen Geberden und Worten, von denen ſie jedoch nur einzelne verſtanden, die ihr auf ein Duell hinzudeuten ſchienen; der Graf, meinte ſie, folgte nur widerwillig. Ueberhaupt V verſtehe ich das nicht, denn wenn ein Duell erfolgte und V der Vicomte unterlag,— wie kommt es, daß Eugen auf das erſtere einging und das letztere verſchwieg? Die Sache muß für ihn dadurch ja einen ſchlimmen Anſchein ge⸗ winnen. Trotzdem verbot ich Joſephinen auf das ſtrengſte jede Aeußerung über das Geſehene. Ich war dabei aber Anfangs, noch unter der Herrſchaft der Aufregung, un⸗ vorſichtig geweſen und hatte das Mädchen merken laſſen, daß Beide aus meinem Zimmer gekommen. Sie hat dann neuerdings davon Gebrauch zu machen gewußt, indem ſie mir zu verſtehen gab, wenn ich das Intereſſe nicht habe, dem Schickſale des Vicomte nachzuforſchen und ſeinen Tod zu rächen, ſo— ſo habe ſie es, Tante!“—
Stephanie hielt inne, ihr Geſicht war wie mit Schar⸗ lach übergoſſen; und erſt als Hebe mit einem leiſen ſpöt⸗ tiſchen Lächeln, das aber von der vor ſich hinſchauenden Nichte nicht bemerkt wurde, die Hand von neuem über ihr Haar gleiten ließ und im ſanften Tone ſprach:„Kümmere dich nicht um die Dirne, mein Kind! Rede weiter!“— da erhob ſie die Augen mit einem aus Zürnen und Stolz gemiſchten finſtern Blick und ſagte:„Das kann ich nicht, Tante. Was ich da erfuhr, oder vielmehr, was die Freche


