Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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Gräfin Hebe daheim. 287

und ihn zur Hülfe und zum Schutze rufen?“ So ſagte ich etwa zu ihm, und darauf ſah ich ihn wie außer ſich hinaus ſtürzen.—

„Ich brauchte einige Zeit, mich zu faſſen, bis ich in den Saal zurückkehren konnte. Hinunter mußte ich. Ich wollte dem Elenden den Triumph nicht gönnen, daß er meine Kraft auch nur auf eine Stunde gebrochen, daß er doch vielleicht noch frech genug glauben könne, nur unſere Ueberraſchung durch den Couſin ſei ſchuld an ſeiner Niederlage. Und ich wollte und mußte dieſen Letzteren ſehen und ſprechen. Er durfte mich nicht für ſchuldig, für eine Elende und Unwürdige halten; ich konnte den Ge⸗ danken nicht ertragen.—

„Ich habe ihn aber wohl ertragen lernen müſſen,“ fuhr ſie ſtets gleich finſter, aber gepreßter fort,„denn ich ſah ihn an jenem Abende nur noch einmal ganz in der Ferne und fand keine Möglichkeit, ihm zu nahen, konnte mich nicht einmal mehr an ſeine Schweſter wenden, denn wie Sie ſich vielleicht noch erinnern, Tante, blieben Beide nicht, wie beſtimmt, bis zum nächſten Tage, ſondern reiſſten noch in derſelben Nacht nach Rhodenfelde zurück und ließen ſich, Eugen gar nicht, Sophie Magdalene erſt damals hier wieder ſehen, als ſie gleich darauf mit Ihnen nach Drei⸗ heiligen ging. In dieſen Tagen konnte ich nicht reden. Ich hatte kein Vertrauen zu Ihnen oder der Couſine.—

„Von Vial habe ich, ſeit er damals aus meinem Zimmer ſtürzte, eben ſo wenig etwas wieder geſehen, wie Sie alle. Er blieb auch für mich verſchwunden. Ich konnte mir indeſſen vorſtellen, daß Ihre Annahme, er ſei