Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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286 Zwanzigſtes Kapitel.

„Und faſt zugleich mit dem Schrei ſprang die Thür auf und Eugen war vor uns.——

„Wie mir das war, Tante,— daß gerade er es war, er, den ich für einen Mann von der reinſten und höchſten Ehre halte, den ich achte, wie niemand vor ihm, den ich, wenn ich es auch niemals verrieth, um das Ge⸗ fühl, das er mir widmete, auf das tiefſte bedauert habe, während ich mich ſelbſt nach jedem Begegnen aufs neue unglücklich und faſt elend fühlte, weil ich es nicht anneh⸗ men, nicht erwidern zu können glaubte; daß gerade er es war, er, der mich durch ſeine Neigung ſo hoch geſtellt hatte, durch dieſe Neigung, die ich nie anders als die höchſte Ehre empfunden, welche mir je erwieſen werden konnte,— das, Tante, das vermag ich nie auszuſprechen. Es war faſt das Fürchterlichſte von allem, was mir an dieſem Abend begegnete. Ich konnte nur die Hände vor die Augen preſſen und nichts ſagen, als:„Hinweg!“——

„Ich war meiner nicht mächtig. Ich weiß nicht, ob Vial, ob Eugen zu einander, zu mir anfänglich etwas geſagt, ob Eugen meine Bewegung, mein Wort anders und falſch ausgelegt, ob er in mir allein die entſetzte Schuldige geſehen. Ich weiß nichts davon. Ich hörte ihn nur unmittelbar auf dieſen Ruf das Zimmer wieder verlaſſen.

„Als ich die Hände dann ſinken ließ, erblickte ich zu meinem Entſetzen Vial noch vor mir. Da fand ich mich im Zorne wieder.„Elender, Ehrloſer, Feiger! Hat Sie auch der Anblick des Mannes von Ehre nicht zur Beſin⸗ nung gebracht und muß ich noch einmal, jetzt aber wirklich