Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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284 Zwanzigſtes Kapitel.

zu wiſſen, ob gerade ſeine häufige Abweſenheit, unſere ganz ungewöhnliche Trennung, ſeine Raſtloſigkeit und Eingenommenheit und dann wieder ein paar raſche Worte, die er geſchickt mir zuzuflüſtern, mit denen er mich zu treffen wußte— ob dies alles oder irgend etwas Anderes mich erregt, gereizt, alles in mir ungeduldig gemacht und auf das heftigſte angeſpannt, das weiß und verſtehe ich nicht. Ich weiß nicht einmal, ob er es geſpürt und da⸗ rauf weiter gebaut. Genug, an dem Ballabend ſelbſt war ich in einer Stimmung und Aufregung, die mich ſelber verdroß und deren ich doch nicht Herr werden konnte, die mir unbegreiflich und peinlich war und mich dennoch nicht nur ſeine ſtets dreiſtere Annäherung dulden, ſeine ſtets offeneren Worte anhören, ſondern mich auch antwor⸗ ten, mit Einem Worte, mich ihm hingeben ließ, wie ich es ſelbſt von mir einem Manne gegenüber nie für möglich gehalten haben würde.

„Es ſei genug damit, Tante,“ fuhr ſie fort, und ihr Geſicht nahm einen finſtern Ausdruck an und auch ihre Stimme klang fortan ſtrenger und herber.„Nach dem letzten Tanze mit ihm, wo er noch kühner geſprochen, ſo, wie kein Mann von Ehre zu einem anſtändigen Mädchen, das er noch obendrein zu lieben behauptet, ſprechen darf und kann— ich habe das erſt ſpäter begriffen— fühlte ich mich vor Aufregung und Erſchöpfung faſt einer Ohn⸗ macht nahe. Ich konnte es in dem Lärm und Wirbel umher nicht aushalten, ich konnte ihn jetzt nicht wieder hören. Ich empfand das tief, da er mir noch einmal nachkam, mich im Cabinet aufzuhalten ſuchte. Ich blieb