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Gräfin Hebe daheim. 281
empfand ſie tiefer, als manche unſerer Leſer es vielleicht von dieſem glänzenden und funkelnden, leicht hinflattern⸗ den Weſen annehmen möchten; und ſie fühlte ſich, nach⸗ dem ſie die Wahrheit erkannt zu haben glaubte, von einem peinlichen Drucke befreit, der ihr um ſo empfindlicher ge⸗ weſen, je weniger ſie mit Eberhard von dieſen Dingen geredet hatte. Und ſie ſagte ſich nun mit einer gewiſſen Genugthuung, daß ſie, wenn vielleicht auch in anderer Weiſe, als ſie gemeint, dennoch Recht gehabt hatte, da⸗ mals auf dem Balle gegen Eberhard ihre Ueberzeugung auszuſprechen: Stephanie werde durch ihr Weſen und ihren Charakter dem Vicomte gegenüber geſichert ſein.
Und nun ſaß das Mädchen, wie geſagt, neben ihr und hatte ſeine Mittheilungen begonnen, und damit von vorn herein den letzten Reſt der Unruhe und des Zwei⸗ fels in Hebe zerſtört. Sie fühlte und verſtand die ernſte Anklage, die aus Stephaniens Worten gegen ſie ſelbſt hervortrat, auf das ernſtlichſte und tiefſte, aber ſie wies jetzt das alles von ſich zurück, denn ſie war viel zu ge⸗ ſpannt, zu vernehmen, wie ſich die Gefahr und Rettung der Aermſten entwickelt, wie ſich die gänzliche Umwand⸗ lung dieſes Charakters vollendet habe, die ihr aus jedem Zuge, aus dem ganzen Sinn und Weſen der Nichte ent⸗ gegentrat.
Und ſie legte nun die Hand auf den blonden, ge⸗ beugten Kopf und ſagte mild:„Wir wollen jetzt nicht mit einander rechnen, Stephanie, dazu wird die Zeit auch noch einmal kommen. Wir ſind Beide nicht ohne Schuld, aber die meiſte tragen die Zuſtände und Verhältniſſe deines
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