Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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Auch ein Tabakscollegium. 23

unſer Herr und die Hebe und der Vetter Chriſtian ſie im Auge behalten und für das Kind und ſie ſorgen wollen. Das Mädchen will aber nichts davon wiſſen und noch weniger den Jungen von ſich laſſen— kann's ihr nicht verdenken, denn ſie hat ſo lange jedermann gegen ſich ge⸗ ſehen, daß ſie jetzt nur ſchwer wieder an jemandes Ehr⸗ lichkeit und Herzensfreundlichkeit für ſich glauben mag. Doch hat ſie ſich neulich— wie, wußte Clas nicht— überreden laſſen, mit dem Jungen nach Nieder⸗Rhoda zu kommen und dort einige Tage zu bleiben. Sie hat für die Reichsgräfin ſchneidern müſſen, glaube ich, und iſt nicht aus der Hebe Zimmern gekommen. Den Knaben dagegen hat die Comteß ſo viel wie möglich bei ſich behalten und auch mit in die Wohnzimmer genommen, wenn der Alte nicht da war. Es iſt freilich ein ſchmucker kleiner Kerl, den jedermann ſein nennen möchte, und wie die Comteß an ſeinem Vater, ihrem Bruder Hector, gehangen,— das wiſſen wir alle.

„Nun gut,“ fuhr Detlef fort, während zumal der Schäfer mit ſichtbar großer Aufmerkſamkeit ſeinen Mit⸗ theilungen folgte,„eines Tags hat die Hebe das Kind auch bei ſich im Wohnzimmer, und da hat es Streit mit der Reichsgräfin gegeben, welche ſich ja wohl über die „Bettlerbrut“ aufgehalten, mit der ſie verkehren müſſe.

Sie iſt trotzig abgegangen und dann iſt der Alte gekom⸗

men— früher als ſonſt,— weil ſich die Reichsgräfin, ſie heißen ſie jetzt:„die Nußprinzeß“, vielleicht bei ihm beklagt— hat den Burſchen attrapirt und der Hebe aller⸗ lei Spitzen geſagt, bis ſie ſich aufgerappelt und ihm in