24 Elftes Kapitel.
ihrer hölliſchen Weiſe reinen Wein eingeſchenkt, wer der Junge ſei und was ſie mit ihm im Sinne habe—“
„Na ja, ſie ſoll ja ein Land⸗General ſein!“ ſchob hier plötzlich Karſten Herbart ein, und über das breite Geſicht zuckte es jählings mit ſcharfem Hohn.
„s iſt faktiſch, ſie hätte was Klügeres thun können,“ ſagte der alte Schäfer mit ſeiner vollen Bedächtigkeit, „allein was willſt du? Sie iſt auch einer Mutter Kind, wie wir alle, und irrt. Und wenn der Hartmuth Einen anfaßt, ſo iſt's wie mit glühenden Eiſenfingern, es greift ins Fleiſch, man fühlt's und wehrt ſich. Das haben noch ganz andere Leute erfahren als die Schiefe, die doch immer nur ein Frauenzimmer und kitzlig iſt. Aber fahr' fort, Detlef, ich ſeh's kommen.“
„Na Vater,'s iſt möglich, aber mich hat's verblüfft,“ meinte der Jäger kopfſchüttelnd und ſtrich wieder den Bart auseinander.—„Wie es dabei zwiſchen den Herrſchaften zugegangen, hat natürlich niemand erfahren, denn ſie ſind allein geweſen. Allein der Alte muß es bis dahin noch gar nicht recht gewußt haben, daß das Kind am Leben und mit der Mutter wieder hier— oder hat er's nur vergeſſen, weil ſein Gedächtniß allmälig ſchwach wird?— Kurz und gut, an dem Abend kam die Einquartierung, und als er am folgenden Morgen den erſten Schreck ver⸗ wunden, hat er ſich den Pierre vorgenommen und hölliſch abgekanzelt, weil er dieſe Sache aus den Augen gelaſſen oder dergleichen. Clas hat zum mindeſten bei ſeinem Ein⸗ tritt noch die letzten Donner gehört, und der alte Schlei⸗ cher hat hinterdrein ſogar gegen ihn über die Sache und


