22 Elftes Kapitel.
uns nicht im Stich laſſen wird gegen den ſchleichenden Affen, den Monſieur Pierre—“
„Gegen den? O Gott verdamme mich, wenn ich ihn nicht am liebſten an ſeinen eigenen Perückenhaaren auf⸗ hinge!“ brach Karſten aus und ſeine Augen zeigten jäh⸗ lings etwas von dem Grimm, der vordem gegen die Ein⸗ quartierung zum wirklichen Ausbruch gekommen war. „Schieß' los, Junge! Das ſollte mir ein Gaudium ſein, das ich dir mein Lebenlang danken würde!“—
„Na, hört zu,“ ſprach der Jäger nach einer kleinen Pauſe weiter.„Wir waren alſo über Nacht drüben, und vorgeſtern Abend, als es ſtill im Hauſe wurde, ſtahl ſich noch der Hausmeiſter, der alte Clas— ihr kennt ihn ja, es iſt noch ein rechter Einheimiſcher— zu mir, um ein biſſel mit mir zu plaudern. Ihr wißt ja, wie es dort zugeht, das horcht und ſpionirt und lauert allüberall; wenn man was Geheimes hat, muß man ſich recht ordent⸗ lich in Acht nehmen, und der Clas hatte einen ganzen Sack voll. Wir treffen's nicht oft ſo gut und haben uns lange nicht geſprochen, denn er kommt allgemach gar nicht mehr aus dem Hauſe.
„Nun, wir redeten eine Zeitlang hin und her, über ſonſt und jetzt, dies und das, ihr könnt's euch ungefähr denken, was alles, und davon iſt denn nichts weiter zu ſagen. Ich ſpürt's aber, wie geſagt, daß er noch was im Hinterhalt hatte, das ihm Mäuſe machte, und zuletzt kam es denn auch heraus. Ihr wißt, daß nach dem Tode der alten Gräfin die Hedwig Brehm mit ihrem Knaben wie⸗ der zu Platz kam und bei dem Thorſchreiber in G. lebt, wo


