Auch ein Tabakscollegium. 19
„Nun, und der?“ fragte der Schäfer nach einer kur⸗ zen Pauſe ernſt. Er ſo gut wie der Schiffer hatte den Mittheilungen Detlefs auf das alleraufmerkſamſte gelauſcht. Aber während Karſten durch mehr als eine Geberde und Bewegung Verdruß oder Zuſtimmung kund gegeben, hatte der Greis nicht durch das leiſeſte Zeichen verrathen, was in ſeinem Innern vorgehen mochte.
„Der? Ja, das iſt eben der Teufel, wir hören und wiſſen nichts von ihm,“ verſetzte Detlef die Stirne fal⸗ tend;„nichts, ſage ich euch! Es iſt, als ob er verſtoben und verflogen wäre, und ich meine faſt—“
„Du meinſt dummes Zeug,“ fiel Steffen Schütze kalt ein.„Für den bürge ich mit meinem Kopf. Wenn es Zeit iſt, kommt er. Früher— was ſollt' er hier?“
„So ſagte der Eberhard auch zum Eugen und zu Anderen,“ ſprach der Jäger in einem gewiſſen— zwei⸗ felnden Tone.„Aber Vater, daß er ſo gar nichts hat von ſich hören laſſen, daß bald ein Vierteljahr herum iſt, und was für'n Vierteljahr!— Verſprechen iſt wohlfeil, mein' ich immer—“
„Ich bürge!“ unterbrach der Greis ihn auf's neue, mit der gleichen Kälte.„Er kommt, ich ſag's, aber nicht früher, als es an der Zeit. Was ſollt' er hier, wo noch alles auseinander iſt?“— Und nach einer kleinen Pauſe wandte er die Augen mit ungewöhnlich ſcharfem Blick dem Jäger zu und fragte:„alſo da in Nieder⸗Rhoda wollen ſie übermorgen tanzen?“
„Ja, am Sonntag,“ erwiderte Detlef mit hörbarem Mißmuth.„Es iſt noch zwei Tage verſchoben worden,


