Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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18 Elftes Kapitel.

Roſen, die Röder, die Waldow, und wie ſie alle heißen, haben wir bald bei ihnen daheim aufgeſucht, bald ander⸗ wärts getroffen und, wie mir der Herr ſagt, iſt alles ein Herz und eine Seele. Allein Ihr könnt wohl denken, daß es mit dieſen Reiſen doch nicht zu'was Rechtem kommt. Man muß ſich zu einander ſtehlen und kann nichts ordentlich bereden. Die Spürnaſen ſind überall, und die Herrſchaften merken's nun, was für eine Ruthe ſie ſich mit dem fremden Dienergeſindel aufgebunden, das ſie für beſſer und adretter hielten, als unſere Landeskin⸗ der. Nun gibt's in jedem Hauſe einen Horcher und Spion. Aber das Schlimmſte iſt, daß wir keinen Mann im Lande haben, der die Sache ganz und gar in die Hand nehmen und ſich an die Spitze ſtellen könnte.

„Der Eberhard, unſer Herr— nun lieber Gott!“ fügte der Jäger hinzu und ſchüttelte den grauen Kopf, und ſeine Augen blickten ein wenig mißmuthig, oder war's ſogar betrübt?—„Ihr wißt's Beide ſo gut wie er ſelbſt und wir alle, daß es mit dem nichts iſt,— die Kräfte fehlen. Ich hab's wieder auf dieſen Fahrten recht ge⸗ ſehen, der Herr iſt nicht mehr für Strapazen.— Unſer Eugen iſt zu jung, und die Anderen— na, der Wille iſt da, allein hier—“ und er ſchlug ſich auf die breite, vier⸗ eckige Stirn—„da fehlt's an dem, was die Anderen alle unter einen Hut brächte und unter ihm auch feſthielte. s iſt eben keiner da, der das Zeug dazu hat, der erſte zu ſein und alle, Groß und Klein recht anzuſpannen, dem man mit ganzem Herzen nachlaufen könnte. Und der von der Art wäre—“ Er hielt inne und ſchüttelte den Kopf.