Auch ein Tabakscollegium. 11
als ſeien ſeine Gedanken ſo zu ſagen wieder gegenwär⸗ tiger geworden,„wann werden deine Menſchen alt und ver⸗ nünftig genug werden, um nicht immer wie die Kinder blind drauf los zu laufen, ſo lange ihnen was Buntes vor den Augen gaukelt!— Guck dich um, du alter Menſch— glaubſt du, daß die Bürger in ihren Städten und die Herren in ihren Schlöſſern dumm genug ſein würden, euch nachzujubeln und nachzutanzen und, wie ihr, ſich toll und blind von dem Franzmann in die eiſernen Arme ſchließen zu laſſen? Ich hab's dem Renaud dazu⸗ mal im Herbſt angeſehen, er hat was in ſeinem Auge, das iſt wie Eiſen und Stahl, wie lauter Ketten und Schrauben; wo er die anlegt, knirſcht und zerrt ihr da— rin wie ein Kettenhund, aber los kommt ihr nicht. Ihr habt's noch eben gefühlt, wie er euch unter ſeiner Fauſt hält. Und weil er euch nun einmal aufathmen läßt, meint ihr, daß jetzt ihr die Herren und bloß einen Nuck zu thun braucht, um ſeiner ledig zu ſein?— Du biſt eben ein Kindskopf, Karſten Herbart!“
„Ja, mit euren Kniffen und Politiken hab' ich aller⸗ dings nichts zu ſchaffen, Gott verdamm' euch!“ ſagte der Seemann grollend und ſein Blick ruhte finſter auf ſeinem Gegenüber.„Ich weiß nur, daß was meine Jungen ſind, ſich den Teufel und ſeine Großmutter um das Krämer⸗ pack in den Städten ſcheeren— und die Herren auf den Schlöſſern, wie du meinſt—“
„Du biſt ein alter Kindskopf, Karſten! Was haben ſie dir gethan, mit Ausnahme von dem Einen? Und ſo oder ſo— los wirſt du weder die Einen, noch die Anderen!“


