Auch ein Tabakscollegium. 9
falls bedächtiger und indem aus ſeinem ganzen Weſen etwas— man möchte ſagen: Dienſtliches— ſprach.„So viel wir wiſſen, ſind in S. noch ein franzöſiſches Regi⸗ ment, das ſiebenundneunzigſte, und die Huſaren mit den Zöpfen. Dazu ſammeln ſich dort ein paar Bataillone Weſtfälinger— Rekruten, Vater Steffen; die anderen ſind alle fort. In G. ſteht nur ein franzöſiſches Bataillon und ein weſtfäliſches; ſie werden teufelmäßig ſtrapazirt, denn ſie müſſen Tag für Tag im Lande umher marſchiren. Dann die Artillerie, die iſt vermehrt und es kommen noch immer neue Mannſchaften aus dem Preußiſchen herüber — ss ſollen auch Seeleute dabei ſein, Garde⸗Mariners, glaub' ich, heißt man ſie; es ſind rechte Franzoſen, und ein paar Holländer mögen auch dabei ſein. Hier herum, auf dem Lande, iſt mit Ausnahme von drüben in Nieder⸗ Rhoda, kein Mann mehr als das Douanen⸗Geſindel und ein paar Gensd'armen. Du ſiehſt alſo, Steffen, Gebläſe!“ ſchloß er und blies über die ausgebreitete flache Hand verächtlich hin.„Soll es los gehen, ſo kehren wir die ganze Bagage in einer Nacht fort— was meinſt du?“
Der Schäfer antwortete nicht, ſondern ſaß vorüber⸗ gebeugt und die Arme auf die Kniee gelegt ſchweigend da und rauchte ſo langſam und leiſe vor ſich hin, daß nur in verhältnißmäßig langen Pauſen der Rauch kaum ſicht⸗ bar zwiſchen ſeinen Lippen hervorzog.
„Ich konnte mir's denken, daß du drüben nicht alles erfuhrſt,“ ſprach Karſten Herbart nach einer Weile noch gedämpfter weiter— es war faſt, als wage er nur un⸗ gern den Greis zu ſtören— und lehnte ſich dabei auf


