4 Elftes Kapitel.
der Greis nach oben warf, wo aus der Oeffnung unter dem Strohdach, welche in dieſen Gegenden damals noch auf dem Lande überall den Schornſtein erſetzte, der dicke Rauch wirbelte und verkündete, daß drinnen eine behag⸗ lichere Temperatur herrſchen würde. Er nickte befriedigt mit dem Kopf, öffnete dann die wie üblich quer getheilte Thür, trat ein und ſchloß ſie ſo ſchnell wie möglich, um nicht mit ſich zugleich dem Schnee den Eingang zu ge⸗ währen.
Er ſtampfte mit den Füßen nieder und ſchüttelte ſich, ſchwenkte auch den Hut ab und wandte ſich erſt dann um und gegen den im Hintergrunde befindlichen Herd. Dort praſſelte ein luſtiges Feuer, deſſen Rauch oben an der Decke entlang der Oeffnung über der Thür zuzog, und ein junges Mädchen, bei dem die Geſundheit aus den glänzend rothen Backen und den feſten, runden Formen ſprach, hantirte zwiſchen Töpfen und Keſſeln umher und rief, ohne davon abzulaſſen, dem Alten nur ein freund⸗ liches:„na Großvater, Gottlob!“ entgegen.
Der Greis durchmaß den engen Raum mit ein paar Schritten und ſtreckte die Hände gegen die Flammen aus. „Ja ja,“ ſagte er dann gleichfalls freundlich blickend, „du wirſt hier ſchlimm empfangen. ss iſt nicht plaiſirlich draußen, und gut wer nichts außer dem Hauſe zu thun hat.“
„Ja, ſo hab' ich's in Krewitz nie erlebt,“ meinte ſie. „Du ſollteſt eben immer drüben bleiben, Großvater.“
Der Greis verzog das alte Geſicht zum Lächeln. „Ganz recht,“ verſetzte er,„jede Kreatur hält ihr eigen Neſt für das beſte, du deines, ich das meine. Aber ich


