Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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Auch ein Tabakscollegium. 3

eiſigen Winde dahin getrieben, hier zuſammen geballt, dort wieder aufgepeitſcht und unabſehbar hinauf gewirbelt, ſo daß alles in bleiche Schleier gehüllt erſchien. Wer ſeinen Weg gegen das Wetter an zu ſuchen hatte, konnte nur langſam vorwärts kommen, denn die Wirbel blende⸗ ten ihn und der Wind nahm ihm faſt den Athem, und wer trotzdem vorwärts wollte, mußte ſeinen Pfad fühlen und ahnen, von ſehen war keine Rede.

Das ſpürte ſogar Steffen Schütze, der um dieſe Zeit es mochte gegen zehn Uhr Morgens ſein ſeine Ge ſchäfte in den großen Schafſtällen des Hofes zu Dreihei⸗ ligen vollendet hatte und nun mühſam ſeinem nahe gele⸗ genen kleinen Hauſe zuſtrebte. Geſenkten Hauptes drang er langſam vorwärts, von Zeit zu Zeit anhaltend und ſich umwendend, um einmal tief auszuathmen, ſich den Schneeſtaub aus den Augen zu wiſchen und den Hut feſter zu drücken. Und da er endlich ſeine Wohnung er⸗ reicht hatte, ſchöpfte er tief Luft und machte mit einem na Gottlob! unter der Thür Halt, um bevor er ein⸗ trat, noch einmal kopfſchüttelnd die Dorfſtraße hinab zu ſehen. Es war da freilich wenig zu erblicken, denn der Schnee kam vom Himmel herab und prallte von den Häu⸗ ſern zurück und wirbelte von den Dächern herunter zu immer dichteren und dichteren Schleiern, und brauste und tobte vorüber, daß Einem nach dem landesüblichen Aus⸗ druck Hören und Sehen darüber vergehen konnte, und man ſich mit Fug und Recht auf ſein warmes Daheim freuen durfte. Es war daher auch ein ganz natürlicher Blick, den