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2 Elftes Kapitel.
der Unglücklichen entdeckt, welche vor der Einquartierung mit den Ihren Haus und Hof verlaſſen hatten und nun zitternd zurückkehrten in den verwüſteten Beſitz.
Es war ſolcher Zwang freilich zu ihrem eigenen Beſten, und anderwärts ſah man ſie wohl freiwillig heim⸗ kommen, da das Lager im Walde von Tag zu Tag un⸗ erträglicher geworden. Denn zu dem Froſt kam der Schnee nicht im gleichen Verhältniß, das Land blieb ziem⸗ lich frei und offen, und nur hie und da in den Sen— kungen, in den hohlwegartigen Straßen zeigten ſich die vom Winde zuſammen gewirbelten Maſſen hoch und feſt genug, um den Verkehr auf Schlitten ſtreckenweiſe mög⸗ lich zu machen. Die Kälte wurde dadurch nirgends, we⸗ der vom Boden, noch von den Wohnungen der Menſchen abgehalten, ſondern nur deſto empfindlicher. Es ging in die⸗ ſem Winter vieles zu Grunde, was alle früheren gut überſtanden, und Landleute, Gärtner und Förſter ſchauten mit Angſt und Sorge der milderen Jahreszeit entgegen, wo ſich der volle Schaden erſt offenbaren mußte. Die Tage waren und blieben faſt alle von einer duftigen Klarheit, Nachts blitzten und zitterten die Sterne heller als je, und häufige Nordlichter drohten noch immer ſtei⸗ gende Kälte.. 4
Heute war's ein Ausnahmstag. Einem ſtillen, ver⸗ hältnißmäßig milden Morgen war ſchon eine Stunde nach ſeinem Anbruch ein deſto wilderer und unheimlicherer Tag gefolgt. Die Wolken trieben droben ſchwer und dicht gedrängt vorüber, der Schnee entſtürzte ihnen, mußte man ſagen, in immer größeren Maſſen und wurde von einem


