Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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enden

Land und Leute. 3 315

halten wir das Land nieder. Währte es ſchon lange ge⸗ nug, um es auch unbeſetzt ruhig bleiben zu laſſen? Ich ſoll vorſichtig ſein, will Renaud, ich ſoll nichts davon ver⸗ lauten laſſen. Aber mein Gott, den Abmarſch kann ich endlich doch nicht verbergen! Und ſelbſt, wenn ich ihn von hier aus nothdürftig zu erſetzen ſuche wen täuſcht das? Die Zahl iſt jedermann zugänglich, und daraus weiter zu ſchließen, wem können wir's verwehren?

Die Gräfin lächelte ihm zärtlich und zugleich ſtolz zu. Ah, Vicomte, verſetzte ſie,wer würde gegen die Fran⸗ zoſen etwas zu unternehmen wagen hier zumal, zwi⸗ ſchen unſeren Bauern, die Gott danken, wenn man ſie in Ruhe ſäen und ernten läßt? Gegen euch die Sieger der Welt! Die paar Hitzköpfe, die ſich fanden, ſind ab⸗ gekühlt, und im Uebrigen ſehen Sie ſich doch um! Wo iſt noch Widerſtand? Ihr habt unſere Herzen beſiegt, fügte ſie mit einem ſanften Blick hinzu.Da folgen die Köpfe von ſelber! Ah! brach ſie ab, da in dieſem Augenblick die Thür geöffnet wurde und Graf Hartmuth zwiſchen den zurückgeſchlagenen Vorhängen erſchien, wäh⸗ rend zugleich in einer anderen Thür ſich der Kammerdie⸗ ner zeigte und mit tiefer Verbeugung meldete, daß das Mittagsmahl bereit,ah, da iſt mein Papa! Vor⸗ wärts Vicomte, bieten Sie Ihren Arm meiner Nichte. Das arme Kind hat ſo wenig Freude! Eugen, komm' zu mir, ich möchte doch auch ein bischen von dir haben, ſchloß ſie ihre raſch wechſelnde Rede und ließ ſich von dem herbeieilenden Neffen beim Aufſtehen unterſtützen und hing ſich an ſeinen Arm.