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Land und Leute. 307
Blicke dabei mit dem verſchiedenartigſten Ausdrucke durch das Gemach und über die Menſchen hinſpazierten. Denn ſeine Augen trieben dieſe Beſchäftigung ſo zu ſagen auf das behaglichſte und beeilten ſich keineswegs.
Comteſſe Hebe ſah das alles und ſie ſah auch, wie der Alte ſich hin und wider mithfeiner ihre Lachluſt reizen— den Vertraulichkeit an die ſchweigſame Stephanie wandte und ein paarmal ſogar eine Art Unterhaltung führte, in⸗ dem er ſich ſelber die Antworten gab, zu denen das Mäd⸗ chen ſich nicht herablaſſen mochte, und ſich darin nicht im entfernteſten durch den ſtolzen oder verächtlichen Zug ſtören ließ, der den ſchönen Mund der Dame umſchwebte.
Comteſſe Hebe ſah zurück und mit einem leuchtenden Lächeln zu ihrem Nachbar auf, der ſeit einigen Augen⸗ blicken geſchwiegen und ſeine Augen wieder einmal mit einem lauernden Blicke auf ihrem Geſichte hatte ruhen laſſen, welcher jetzt aber raſch den Ausdruck des Träu⸗ mens annahm.
„Ah, Vicomte,“ ſagte ſie,„wäre ich eine Dame für den Tanzſaal, wie ich jetzt nur ein Gegenſtück zu jenem armen, halb verſteinerten Könige des Märchens bin, ſo wüßte ich wohl, wie ich Ihnen für Ihre Bemühungen lohnen möchte!— Das Feſt wird reizend!“— Und in⸗ dem ſich ihr Auge aufs neue zu ihm erhob und ihn nun gleichfalls träumeriſch anlächelte, ſetzte ſie leiſer und im weichſten Tone hinzu:„Ich habe noch niemals ſo glühend gewünſcht, nur eine Stunde einmal ſein und leben und mich freuen zu können, wie alle Welt!“
„Gräfin!“ murmelte er gleichſam gepreßt.


