Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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306 Zehntes Kapitel.

Luſt, wenn ſie weiter ſah, wie der Vicomte ſich dann zu⸗ weilen dieſes unerwünſchten Einfluſſes bewußt wurde und alle möglichen Anſtrengungen machte, ſich ihm zu ent⸗ ziehen und wieder Herr ſeiner ſelbſt und der Situation zu werden.

Es ſpielte eben eine ſolche Scene in dem uns ſchon bekannten behaglichen Familienzimmer. Er ſtand neben dem Blumentiſche und ſchien Blicke und Gedanken nur für diejenige zu haben, welche ihm gegenüber tief in ihrem weichen Seſſel lehnte. Das Füßchen wiegte einmal wie⸗ der auf und ab, die ſchlanken Finger zupften ſpielend die Fäden eines Stückchens Goldſtoffes aus einander; die Augen erhoben ſich von Zeit zu Zeit bald zu einem ſanft lächelnden, bald zu einem glänzend aufſtrahlenden oder gar herausfordernden Blicke. Zuweilen warf ſie auch irgend einen Laut, eine Frage hin, um ſeine Unterhal⸗ tung in Gang zu erhalten, oder ſie ſchaute einmal ins Zimmer, auf die anderen Anweſenden; auf Stephanie, die anſcheinend kalt und theilnahmlos am zweiten Fenſter ſaß und ihre Augen nur ſelten zu einem flüchtigen Blicke von der Stickerei erhob, welche ihre Finger beſchäftigte; auf das ſtille, junge Weſen, das wir noch nie anders als in dieſen ſelben dunkeln und einfachen Gewändern, mit der gleichen ruhig ernſten Miene und den aufmerkſamen und doch ſo ſtillen Augen ſahen; auf Eugen endlich und auf den Vetter, welch Letzterer mit ſeinem fidelſten Grinſen und der unbefangenſten Unverſchämtheit eine Anekdote nach der anderen erzählte, von denen die zweite ſtets noch weniger glaubwürdig war als die erſte, während ſeine