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300 Zehntes Kapitel.
einigen Jahren fiel, hinterlaſſen hat.— Das iſt auch der Grund ihres geheimnißvollen Verkehrs mit den Grafen Eberhard und Eugen. Ich ſehe das immer klarer, denn ſie hat mich einer Mittheilung gewürdigt und meine ge⸗ legentliche Unterſtützung gewünſcht. Und dieſe Intrigue beherrſcht ſie ſo, daß dieſelbe jedes andere Intereſſe über⸗ täubt. An den Zeit⸗Ereigniſſen, an dem, was ſonſt um ſie her vorgeht, nimmt ſie jetzt gar keinen Theil.— Wir haben uns in niemand mehr geirrt, als in dieſer reizen⸗ den Dame. Aus Langeweile mag ſie nach manchem grei—⸗ fen, was ihr ſonſt fern liegt. Iſt ſie aber mit ihren eige⸗ nen Affairen beſchäftigt, oder weiß man ihr irgend etwas zur Unterhaltung hinzuſchieben, ſo bekümmert ſie ſich um nichts, was uns unbequem werden könnte. Sie begna⸗ digt mich gegenwärtig mit einer Theilnahme, die mir um ſo ſchmeichelhafter iſt, da ſie mir bei einiger Klugheit meinerſeits Gelegenheit gibt, dieſes Herz ganz kennen zu lernen, und zu entdecken, was ſich ſonſt darin regen möchte.
„Endlich der Gaſt des Hauſes, der ſogenannte Vetter, General!— Es iſt allerdings mehr hinter ihm, als man nach der erſten Begegnung und nach ſeinem gewöhnlichen Auftreten ſchließen möchte. Es ſteckt ſogar eine gute Por⸗ tion Witz und Bosheit in dieſem— Hofnarren, allein von Politik und von ſogenannten patriotiſchen Beſtre⸗ bungen iſt er fern, wie Unſereiner von den metaphyſiſchen Träumereien dieſer deutſchen Köpfe. Er liebt den Genuß, er ſchätzt ſich ſelbſt, ſeine Abſtammung und ſeinen Stamm, er haßt dieſen Affen von Kammerdiener, er ſchmeichelt oder quält den alten Grafen, um Dieſes oder Jenes von ihm


