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298 Zehntes Kapitel. Befürchtungen der Einen, von den Ahnungen und Hoff⸗ nungen der Anderen. Alles und alle waren ſtill.
Sie haben ſich in das Unvermeidliche gefügt! dachte Vial, ich habe mich getäuſcht, als ich hinter ihnen und ihrem Treiben mehr und Anderes ſuchte, als häusliche und Familien⸗Intereſſen!
„Man that den Leuten Unrecht,“ ſchrieb er in ſeinen Berichten an Renaud einmal über das andere,„ſie ſind keine Revolutionäre, ſondern haben genug mit ihren eigenen Affairen zu thun, um ſich von allen übrigen zurückzuhalten. Der Graf Eugen iſt vordem Offizier geweſen und hat ſich ausgezeichnet. Er hegt noch gewiſſe Vorurtheile ſeines früheren Standes, und Anſichten, wie ſie in der preußiſchen Armee jener Tage gäng und gäbe waren. Er ſchwärmt für die Königin Louiſe, er findet, daß ſie vom Kaiſer ſchlecht behandelt worden. Er wird in einem großen Kriege vielleicht wieder gegen uns dienen, aber vom In— triguiren hält er ſich fern, er verſteht auch nichts davon. Er iſt Lebemann und jetzt, glaub' ich, in einer Art von unglücklicher Leidenſchaft, durch die er ſich jedoch nur wie ein Cavalier beherrſchen läßt.—
„Graf Eberhard iſt ein— zu Zeiten langweiliger— Träumer, der in der Vergangenheit mehr lebt, als in der Gegenwart. Er lebt ſo zu ſagen, mit ſeinen Todten, mit ſeiner Frau, ſeinem Kinde, ſeiner Schweſter, denen er ein treues Andenken bewahrt. Wir haben auch ihm Unrecht gethan, mein General, beſonders in jener Affaire mit dem Jäger, hinter dem unſere Polizei⸗Dummköpfe Gott weiß wen ſuchten. Man ſpricht hier auf das allerruhigſte über


