Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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296 Zehntes Kapitel. Landſtrichen zu finden pflegt. Man wußte überdies von dem Geiſte des Mißvergnügens und Trotzes, der hier überall die Bewohner erfüllte und beſonders in den eigent⸗ lichen Stranddörfern zuweilen in offener Feindſeligkeit vorzüglich gegen die Douanen zu Tage trat.

Man glaubte ſich des alten Grafen zu Nieder⸗Rhoda ſicher, da er bisher immer als einer der entſchiedenſten Anhänger des neuen Regiments aufgetreten war. Man beachtete den Grafen Eugen zu Rhodenfelde wenig, denn er hatte ſich bis vor Kurzem wenigſtens zu leichtlebig, heiter und gleichgültig gegen Feind und Freund gezeigt, als daß man in ihm etwas Anderes geſucht hätte, als einen jungen reichen Mann, der ſein Leben auf ſeine Weiſe genoß und Andere das ihre nach ihrem Willen ge— nießen ließ. Neuerdings wollte zwar Dieſer und Jener eine Veränderung wahrgenommen haben, die den Herrn verdächtig erſcheinen ließ, allein die Beobachtungen hatten es doch nur mit vereinzelt hervortretenden Zügen und anſcheinend unbedeutenden Vorfällen und Aeußerungen zu thun haben können, und andererſeits ſtand Graf Eugen gerade mit ſeiner Einquartierung anſcheinend beſſer als irgend ein Anderer.—

Ueber die Geſinnungen des Grafen Eberhard in Drei⸗ heiligen endlich glaubte man zwar am wenigſten in Zwei⸗ fel ſein zu dürfen, allein auch hier war es doch mehr Glauben als Wiſſen. Der Herr war einerſeits ſicher zu klug und vorſichtig, um ſich Blößen zu geben, und anderer⸗ ſeits traute man ihm zu wenig Energie, und in Folge ſeiner Kränklichkeit, ſeines Alters und ſeiner meiſt ſchwer⸗