Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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294 Zehntes Kapitel.

Die Leſer dieſer Schilderung, welche, ſo übertrieben ſie dieſem und dem erſcheinen mag, dennoch nicht ein Haar breit mehr zur Anſchauung bringt, als was einzelne Theile unſeres Vaterlandes und beſonders die Küſtenſtriche des⸗ ſelben in jener ſchmachvollen Zeit wirklich zu dulden hat⸗ ten,— würden jedoch ſehr irren, wenn ſie aus dem Mit⸗ getheilten ſchließen wollten, daß dieſe Zuſtände in Wirk⸗ lichkeit und im ganzen Lande nun auch eben ſo ſcharf hervorgetreten wären, wie ſie es hier auf dem Papiere und in der Erzählung thun. Es geht damit, wie in allen ähnlichen Fällen. Eine Darſtellung concentrirt ſo zu ſagen alle Farben, alle Lichter und Schatten auf dem engſten und knappſten Raum und vereint zu einem Bilde alle ein⸗ zelnen Züge, die in Wirklichkeit vielleicht weit aus einander liegen, von dem Darſteller einzeln und von zerſtreuten Puncten zuſammengebracht werden müſſen.

So groß und weit verbreitet, ja, ſo allgemein der Druck der Fremdherrſchaft in dieſen Monaten dort zu Lande auch war, ſo allgemein er lähmend und zugleich erbitternd empfunden wurde, dennoch bedarf es keiner be⸗ ſonderen Auseinanderſetzung, um die Leſer begreifen zu laſſen, daß er nicht überall in gleich ſchwerer Weiſe zur Ausübung und Anſchauung kam, von allen Betroffenen nicht gleich tief empfunden und noch weniger zur Schau getragen wurde. Es gab, wie wir zum Ueberfluß oben ſchon ausdrücklich angaben, ſelbſt in dieſen Küſtenſtrichen Plätze genug, es gab in den Städten und auf dem flachen Lande Häuſer und Familien im Ueberfluß, wo anſcheinend alles im alten Gange des Friedens und der Ruhe, wo