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Land und Leute. 293
ſcheinend ſogar ganz oder zeigte ſich kaum merklich, im Ganzen und Großen aber hatte man an den neuen Gäſten keine beſſeren, ſondern ſchlimmere erhalten. Der Druck wurde unträglicher, die Forderungen unerſchwinglicher von Tag zu Tag; auf dem Lande beſonders war kein Be⸗ ſitzender mehr ſeines Beſitzes, kein Familienvater mehr der unverletzten Ehre und Unſchuld der Seinigen ſicher. Die Wohlhabenderen ruinirte man durch immer größere Re⸗ quiſitionen, die Aermeren brachte man durch alle möglichen Quälereien zur Verzweiflung, ſo daß ſie hier und da, wie wir ſchon Aehnliches vernahmen, trotz des beginnenden Winters immer häufiger aus ihren Häuſern davon und in die Wälder liefen. Jede Widerſetzlichkeit und der geringſte Ungehorſam wurde auf das ſtrengſte beſtraft; die vermehrten und ſtärker beſetzten Douanenpoſten gingen dem Schmuggel, von mobilen Colonnen unterſtützt, immer ſchärfer zu Leibe, gefangene Schmuggler verfielen unwei⸗ gerlich dem Tode, und endlich, was in dieſen Küſtenge⸗ genden am allerhärteſten und grauſamſten traf, nahm man eine große Anzahl der Fiſcherböte fort und ſtellte die ihren Beſitzern zurückgelaſſenen unter eine ſchier unerträgliche und furchtbar peinliche Controle der Douanen. Kurz, das Syſtem, das wir Renaud im Anfange unſerer Erzählung als das vernünftigſte, erwünſchteſte und ſegensreichſte auf⸗ ſtellen und vertheidigen hörten, wurde ſelbſt von den billig Denkenden unter den Fremden nicht mehr angeſtrebt oder auch nur als erwünſcht hingeſtellt. Die Milde war gänz⸗ lich zu Ende, und man hielt offen das ganze Land unter der Herrſchaft der Waffen.


