290 Zehntes Kapitel.
nicht ſowohl ſeinen an und für ſich unbedeutenden und für dieſelben gänzlich nutzloſen Beſitz zu entziehen, als vielmehr ihnen einen nicht leicht zu vergeſſenden, em⸗ pfindlichen Schlag zu verſetzen, und ihnen auf ſo furcht⸗ bare Weiſe kund zu geben, weſſen ſie ſich zu dem erbit⸗ terten und gereizten, rauhen Volke dieſer Landſtriche zu verſehen hätten, wenn ſie dasſelbe unter dem eiſernen Drucke zu halten verſuchten, der nie fühlbarer geworden als in den letzten Zeiten. Zu einer anderen Zeit und anderwärts, ja, ſelbſt hier noch vor wenigen Wochen, würde man das Geſchehene als die unſinnige That eines unbändigen und thörichten Tollkopfes angeſehen haben, die für ihn ſelber den meiſten Nachtheil mit ſich gebracht, indem ſie ihn ſowohl zum beſitz⸗ und heimatloſen Vaga⸗ bunden als ihm auch einen ferneren Aufenthalt in der Gegend unmöglich machte. Jetzt ſah man darin nicht nur die Rache an den Feinden und eine ernſte Drohung für ſie, ſondern auch eine Art Signal für alle Vaterlands⸗ freunde, daß der„Anfang des Endes“ nahe ſei und der allgemeine Aufſtand nicht lange mehr auf ſich warten laſſen möchte. Und es war ſeltſam genug und mußte ein ernſtes Nachdenken bei Feind und Freund erregen, daß zugleich mit der Nachricht von dem in Nieder⸗Rhoda Geſchehenen ſich die erſte Kunde von Moskau's Brand, von dem be⸗ gonnenen Rückzuge und den entſetzlichen Verluſten der Franzoſen leiſe umherſchleichend zu verbreiten begann. Woher dieſe Kunde kam, das wußte niemand. Sie war eben da und ſchlich umher und erfüllte die Feinde mit ſcheuer Sorge, mit finſterm Haſſe, mit drohender, ge⸗


