288 Zehntes Kapitel.
hoben; vernichtet, zerſtörte ſie nun zugleich ſeinen Beſitz, an dem er doch, wie man wußte, bisher auf das hart⸗ näckigſte gehangen. Man erfuhr nicht allein die letzte Ant⸗ wort, die ſeine Schweſter auf die Drohung des Grafen gegeben, ſondern auch, daß er nach ſeiner vor einigen Jahren erfolgten Rückkehr dieſen kleinen väterlichen Beſitz dem Gutsherrn mit allen möglichen Mitteln und unver⸗ hältnißmäßigen Koſten abzuringen gewußt und ſeitdem trotz der unausgeſetzten Händel mit der Herrſchaft behalten hatte. Und doch, müſſen wir hinzuſetzen, hielt man den Schiffer für einen wohlhabenden Mann, den man überall anderwärts gern aufgenommen haben würde und der überall anderwärts auf das ruhigſte leben konnte.
Im Lande und im Volke, ja, auch bei den Höherge⸗ ſtellten, und ſelbſt hier und da unter den Fremden glaubte und argwöhnte man freilich einen anderen Sachverhalt. Man erfuhr in Nieder⸗Rhoda ſo gut wie überall, wo man ſich für den Fall intereſſirte, daß die Sache nicht ganz ſo glatt abgelaufen war, wie wir ſie von Vial dargeſtellt hörten. Im Gegentheil war es einer der erſten Befehle des neuen Kommandeurs geweſen, den„Burſchen, der es gewagt, ſich gegen die Truppen des Kaiſers aufzulehnen,“ in Haft und Strafe zu nehmen, nachdem man den nächſten Douanenpoſten herbeigerufen und das Dorf nicht nur förmlich beſetzt, ſondern auch gegen Strand und Wald hin Poſten ausgeſtellt, ſo wie Patrouillen abgeſchickt haben würde, denn es war ein Gerücht verbreitet geweſen, daß
in dieſer Nacht von irgend einer Seite her, ſei es gegen
die Douanen allein, ſei es gegen die Fremden überhaupt,


