Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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Neuntes Kapitel.

„Und wer will jene— verhindern, mit ihren Helden⸗

thaten gegen uns zu prahlen und ſich über die Einmiſchung des Herrn Vicomte von Vial zu moquiren, die zum min⸗ deſten Stoff—“

„Ich, der Vicomte von Vial!“ unterbrach er ſie ſtolz und ſicher, und er war ſchön, wie er ſo ſprach und ſie dabei anblickte, daß ſich ſelbſt ihr hochmüthiges Auge ſenkte. „Auf Vial's Wort, Mademoiſelle,“ ſetzte er in gleichem Tone hinzu,„ich wäre begierig, denjenigen kennen zu ler⸗ nen, der in meinem Reden und Handeln etwas Anderes zu ſuchen wagte, als ich ſelber damit kund zu geben wünſchte.“— Und mit leichtem Achſelzucken und einer ein wenig wegwerfenden Handbewegung ſchloß er:„Dieſe Burſchen da wenigſtens werden mir dazu ſchwerlich Ge⸗ legenheit bieten.“

Sie erwiderte nichts und hob auch nicht die Augen auf. Eine leiſe Befangenheit, die ihr unglaublich reizend ſtand, hatte ſich über ihr ganzes Weſen gebreitet und ließ ihre ſtolzen Züge in ſolcher Sanftmuth und Milde, in ſolcher, man hätte ſagen mögen: jungfräulichen Scheu er⸗ ſcheinen, daß ihre Schönheit erſt dadurch zur vollen Gel— tung gelangte und einen tiefen Eindruck auf den leicht⸗ blütigen Franzoſen machte.

„Sie ſind hart gegen mich, Gräfin,“ ſagte er in gänz— lich verändertem Tone und um vieles leiſer.„Wenn Sie wüßten, mit welcher Sehnſucht ich an unſeren damaligen Aufenthalt in dieſem Schloſſe mich erinnerte, wie glücklich mich der Befehl machte, hieher zurückzukehren und das Kommando über die hier vertheilten Truppen zu überneh⸗

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