Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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In Hütte und Schloß. 277

ſtürmiſche Nacht und auf den ganz einſamen Hof hinaus⸗ zublicken ſchien. Das Herankommen des jungen Offiziers entlockte ihr keinerlei Bewegung; nur ihre Augen drehten ſich ihm momentan zu und ſtreiften ihn mit einem gleich— gültigen Blick, worauf ſie ſich wieder der Dunkelheit draußen zukehrten.

Er ſah das alles wohl, und bei der reichen Beleuch⸗ tung des Gemachs war es ſelbſt hier in der Niſche noch hell genug, um ihn die ſchlanke Geſtalt, den ſchönen Kopf, die kalten Züge des Geſichts vollſtändig, bis ins Einzelne, erkennen zu laſſen. Er ſah das an und mußte ſich be⸗ zwingen, um nicht nach derjenigen zurückzuſchauen, von der er eben kam; der Contraſt war zu groß! Dort das Leben in ſeinem vollſten Reichthum und ſeiner glänzend⸗ ſten Fülle, und hier, wo zu den gleichen Reizen noch die friſcheſte Jugend kam, nichts als— Eis und Schnee! Es wehte ihn erkältend an.

„Sie ſehen nach der Brandſtelle, Gräfin?“ fragte er, ſich zuſammennehmend.„Die Gefahr war nicht groß. Aber Sie ſind doch ſehr erſchreckt worden?“

Sie ſah ihn wiederum eben ſo flüchtig und eben ſo gleichgültig an.„Nicht doch, Herr von Vial,“ verſetzte ſie im ruhigſten Tone.„Wir wohnen nach der anderen Seite hinaus, und man hielt es nicht für nöthig, uns von dem Vorfall zu benachrichtigen.“

Er trat gleichfalls in die Niſche und ſtand neben ihr. „Sie ſind kalt, Gräſin, oder zürnen Sie mir?“ fragte er gedämpft.

„Weßhalb?“ gab ſie kalt und ohne ſich zu regen zurück.