Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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40 Zweites Kapitel.

verſetzte ſie.„Ich komme nicht leicht nach D. und kenne die dortigen Verhältniſſe wenig. Vielleicht erſcheint Ste⸗ phanie ihrer Mutter zu gut für den kleinen Hof, an dem nur die herzogliche Familie ihr ebenbürtig iſt. Vielleicht wirkt auch das ſtolze Blut von den Eltern in dem Kinde nach. Langweilig iſt meine theure Nichte wenigſtens ſchon genug und nicht minder gelangweilt, wie ich in dieſen acht Tagen ihrer Anweſenheit bemerken konnte,— ganz der Graf, mein Schwager, ſo daß ich vor meiner Schwe⸗ ſter Reſpect bekomme. Ich hatte bis dahin zuweilen meine eigenen Gedanken über ihre Neigung zu dem Gemahl. Allein dieſes Kind ſpricht glänzend auch für ihre geiſtige Treue.“

„Von Langweile ſcheinen meine beiden jungen Schlecker dort neben Ihrer Nichte indeſſen nichts zu em⸗ pfinden,“ bemerkte der Franzoſe mit einem neuen wohl⸗ wollenden Blick auf die andere Partie.

Die Dame zog noch einmal die Schultern in die Höhe und nahm eine Confiture aus der Bonbonnidre. „Ach mein Gott,“ ſagte ſie im nachläſſigſten Tone,„ſolche junge Leute ſind ſo gute und reizbare Geſchöpfe! Es bedarf für ſie am wenigſten eines Aufwandes von Geiſt, um ſie in uns gleich die reinen Engel erblicken zu laſſen! Sie müſſen das doch wiſſen, General, denn Sie ſchwärm⸗ ten ſicher auch einmal für ſchöne Augen?“

Die Antwort des Offiziers, die ſo zu ſagen ſchon durch einen blitzenden Blick auf die reizenden Züge und in die glänzenden Augen der Sprecherin angekündigt wurde, ſchnitt der Graf ab, der eben, die Briefe und die

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