Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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34 Zweites Kapitel.

neue Mode der engen, durchſichtigen, taillenloſen Gewän⸗ der hätte ſie nur entſtellen können.

Die Geſellſchaft hatte ſich noch nicht lange zuſammen gefunden, denn am Sopha drüben nahm der eine der Herren erſt jetzt einen Stuhl, und der General, der einen Blick auf jene Gruppe und beſonders auf die dort be⸗ findliche jüngere Dame hinüber geworfen hatte, wandte denſelben jetzt zu ſeinem Nachbar zurück und fragte: „Alſo eine Enkelin von Ihnen, mein theurer Graf? Dieſe Mittheilung überraſchte mich. Ich wußte nicht, daß Sie noch andere Kinder hätten, als den Herrn Grafen drüben in Dreiheiligen und unſere gegenwärtige ſchöne Bosheit.“ — Und er verbeugte ſich lächelnd gegen ſeine reizende Nachbarin.

Die Dame lächelte ein wenig ſpöttiſch; der Graf aber, ein hochbejahrter, jedoch noch ſtarker Herr in einer, dem Schnitte nach einigermaßen veralteten, im Uebrigen in⸗ deſſen feinen und reichen, ja, faſt koketten Hoftracht, ver⸗ ſetzte mit einer ein wenig zitternden Stimme:„Ach, ich hatte deren ſieben, mein Herr General; aber am Leben iſt außer denen, die Sie genannt, nur noch die Eine— Mathilde, Wittwe des Reichsgrafen zu Hall und Mutter des lieben Kindes dort hinter uns—*

„Eigentlich die Einzige, welche meinem armen Papa geblieben,“ fiel ihm die Dame luſtig in die Rede, ihr Füßchen wiegte den Saum des Kleides, und die Finger der Rechten ſpielten mit einer goldenen, emaillirten Bon⸗ bonnière, deren Deckel ſie leicht auf⸗ und zuknacken ließ. —„Neben Madame Nathilde ſind wir beiden Anderen