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nicht in ſolcher Armüthigkeit und großem Elend.„Laß es nur gut ſein“— erwiederte Frau Nehrlich;„bei der nächſten Kongregation will ich dann wieder ein gutes Wort für dich einlegen für vermehrte Unterſtützung“—, worauf ſie für Anni ein Schüſſelchen Kaffee aus der Küche kommen ließ, wel⸗ ches nun, während es ſein zweites Frühſtück genoß, über Alles getreuen Rapport abſtatten mußte, was es in den Häuſern ſeiner guten Frauen behorcht und erlauſcht hatte.
Unterdeſſen harrte Herr Nehrlich in ſeinem geheimen Arbeits⸗ Kabinet, wo er jene Geſchäfte abzuthun pflegte, die nicht in den Mund der Leute kommen durften. Die Nachricht, welche er dem Kienholzanni mitzutheilen hatte, war durchaus keine erfreuliche. Unerwartet, unangemeldet war Rudeli's Vater aus Amerika zurückgekehrt, zwar nicht zum Bleiben, ſondern um ſein Kind zu ſehen, ſich von ſeinem Wohlbefinden und guter Beſorgung zu überzeugen und dann wieder dahin zu gehen, wohin ihn ſeine Geſchäfte riefen. Es bedurfte keiner langen Auseinanderſetzung, um dem Kienholzanni begreiflich zu machen, daß bei bewandten Umſtänden das ſchöne Koſtgeld für Rudeli in ſtarker Gefahr ſtehe, was einen ſehr fühlbaren Ausfall im Einnahmenbüdget des Lumpenküblers zu verur— ſachen drohte. Nicht minder gute Gründe hatte Herr Notar Nehrlich ſelber, den Verluſt des Oberaufſichtsrechts über Rudeli's Erziehung und das Ausbleiben der amerikaniſchen Wechſel zu befürchten. Es handelte ſich alſo für beide um die wichtige und ſchwierige Frage, wie das plötzliche Eintreffen des Amerikaners unſchädlich gemacht und derſelbe, über die Erziehung ſeines Kindes getröſtet, welches, wie dem Vater vom Notar vorläufig eröffnet worden, aus Geſundheitsrück⸗ ſichten einer zuverläßigen Familie auf dem Lande zur Pflege übergeben worden war, möglichſt bald wieder über den Bach geſchickt werden konnte.
Nach einer langen und lebhaften Konferenz kehrte der Notar mit bedeutend erheiterter Miene in ſeine Schreibſtube


