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Schwefelhölzchen lagen, machte ſich auf die Sohlen nach der Stadt zu Herrn Notar Nehrlich.
Notar Nehrlich war ein ſtrenger Mann. Er hatte eine Glatze, über welche er einige lange, ſafrangelbe, am Hinter⸗ kopf angewachſene Haare zu kämmen pflegte,— ein ziegel— rothes Geſicht, eine ſpitze Naſe, dünne Lippen, eine Schreib⸗ feder hinter dem Ohr und ſah immer ſehr erzürnt über die ſündige Menſchheit aus. Auch nahm er durchaus kein Blatt vor's Maul, ſeine Indignation über einen gefallenen Sünder auszuſprechen, weßhalb er aber auch als der brävſte Mann der Stadt galt. Seine Frau hatte das geiſtliche Departement unter ſich. Sie war ein eifriges Mitglied mehrerer frommen und mildthätigen Schweſterſchaften, kleidete ſich nicht anders als in grau oder braun und durfte keinem Menſchen gerade in’s Geſicht ſchauen. Kienholzanni zählte die Frau Notarin zu ihren beſonderen Gönnerinnen, bei welcher es niemals zu⸗ zuſprechen ermangelte, wenn ſeine„Geſchäfte“ es nach der Stadt führten.
Keuchend, ſeufzend und vorübergebückt erſchien es vor ſeiner Gönnerin.„Wie geht's, Anni“?—„Gar erſchröckeli bös“—, war die Antwort. Es könne den Athem ſchier nicht finden und werde täglich ſchwächer; auch habe es heute noch nichts Warmes gehabt,— ſie hätten eben im ganzen Hauſe nichts anderes, als ein Paar alte Brodrinden, die ſie von guten Leuten z'Gottswille bekommen, und ein Tröpflein Geiß⸗ milch für den Rudeli. Der Verdienſt ſei eben gar zu ſchlecht. Er habe umſonſt die ganze Woche Arbeit geſucht und die Meitſchi dürften gar nicht mehr unter die Leute wegen den böſen Kleidli. Seit dem Erdäpfelpräſten wäre es für die armen Leute beſſer, man ſchlüge ſie gleich todt. Es ſei aber eigentlich auch kein Wunder, daß unſer liebe Herrgott einmal
das Rauhe herauskehre, die Welt ſei afen gar zu ſchlecht und
werde noch täglich ſchlechter. Leider müßten aber die Frommen mit den Gottloſen leiden, ſonſt wäre es(das Kienholzanni)


