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gemacht, der im hintern Bad von früh vier Uhr bis ſpät in die Nacht abwechſelnd Käſe und Schinken aß und Waſſer trank, wobei er es beiläufig auf vierzig bis fünfzig Schoppen täglich brachte, und in weniger denn acht Tagen mit ſeiner Kur fertig wurde. Zu einem ſolchen Experiment muß man freilich einen Emmenthaler Magen haben.
Ein alter Praktikus aus der Geſellſchaft gab dem blei— chen Grafen den Rath, ſich nach einem Badſchatz umzuſchauen. Beſſere Zeit und Gelegenheit, Liebe zu ſpinnen, finde ſich kaum, als auf dem Bänklein am toſenden Waſſerfall zu un⸗ terſt im Garten, oder unter dem helldunkeln Tannenſchatten der„Seufzerallee.“ Manchem Geſtändniß habe das Rauſchen des Baches über die Lippen geholfen, und auf den hölzernen Bänken(an denen in den Umgebungen des vordern Hauſes durchaus kein Mangel) ſei ſpielend und tändelnd ſchon man⸗ ches Band geknüpft worden, das ſich unverſehens zu einem unlösbaren Eheknoten geſchürzt.— Es hätte deßhalb ſchon manche fünfundzwanzigjährige Pfarrerstochter das Weißen⸗ burger Waſſer getrunken— ohne Huſten, werde von ſchlimmen Zungen behauptet.
Aber der bleiche Graf ſchien durchaus keinen Geſchmack an fünfundzwanzigjährigen Pfarrerstöchtern zu finden, und die renommirteſten Schönheiten des vordern Hauſes nannte er wegwerfend„Buttergeſichter.“ Am liebſten zog er mutter⸗ ſeelenallein, das Skizzenheft unter dem Arm, aus, um ſich, wie er ſagte, irgendwo unter einer Tanne ins trockne Moos oder auf einer hohen Bergweide auf den feinen Grasteppich zu legen, den Wolken und den fliegenden Vögeln zuzuſchauen und die reine linde Luft und den harzigen Duft der Tannen einzuathmen, was ihm beſſer behage, als das Geſchnatter der Gänſe und Gänschen, welche um die Weißenburger Quelle herum ihr Weſen trieben.
Täglich lieber ließ die dicke Gräfin ihren Sohn ſeinen einſamen Spaziergängen nachgehen, denn ſie fand, er kehre


