Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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getroffen, daß er genöthigt ſei, ſie wie die Haͤringe überein⸗ ander zu ſchichten; ſeine eigene Familie habe ihre Betten auf dem Dachboden aufſchlagen müſſen. Es bleibe mir alſo nichts übrig, als nach dem hintern Bad zu wandern, wo noch et⸗ welcher vorräthige Platz ſei. Es bedurfte der energiſchſten Proteſtation und eines großen Aufwandes von Ueberredungs⸗ kunſt, um mir endlich einige Kubikfuß Raum in der Zelle eines äußerſt langen und dürren pasteur demissionaire aus dem Waadtland zu verſchaffen. Dieſe Behandlung ärgerte mich um ſo gründlicher, als ich einige Augenblicke ſpäter in Erfahrung brachte, daß noch zwei der ſchönſten Zimmer des Hauſes leer ſtanden. Als ich Herrn Müller darüber zur Rede ſtellte, zuckte er lächelnd die Achſeln und ſagte, es thue ihm gräßlich leid, mich nicht beſſer unterbringen zu können; die quäſtionirlichen Zimmer ſeien aufs feſteſte beſtellt; er erwarte die Herrſchaften von einem Tag zum andern. Was war da zu thun, als ſich in ſein Schickſal und den langen, dürren, frommen, übrigens äußerſt reinlichen und höflichen waadtlän⸗ diſchen Zimmerkameraden zu ergeben?

Wer zu Weißenburg im vordern Bad anlangt, der muß ſich's ſchon gefallen laſſen, etwas weniges Spießruthen zu laufen, wenn er nicht etwa um Eſſenszeit eintrifft. Da ſteht am Wege ein runder Pavillon, wo ſehr emſig geſtickt, ge⸗

ſtrickt, gehäkelt und gehechelt wird, aber nicht Hanf. Da ſind an der Front des Kurhauſes lange grüne Bänke aufgeſtellt, auf denen während eines guten Theils des Tages dem Bade⸗ arzt zum Trotz Cigarren geraucht und der chriſtlichen Nächſten⸗ liebe zum Schaden die Schwachheiten der Mitmenſchen zer⸗ gliedert werden. Hatte ich dieſe Scylla und Charybdis paſſiren müſſen, ſo ſaß ich, um mich ſchadlos zu halten, nicht ſpäter als des andern Tages ſelber auf einer der grünen Bänke und ſteckte auf Beute lauernd eine Cigarre an. Und ſiehe, es trat ein Zug neuer Ankömmlinge aus dem Wald und bewegte ſich langſam den gewundenen Fußpfad