Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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die Ausſicht in einen kleinen Keſſel, eine Erweiterung der Schlucht, welche ſich der Buntſchibach ausgefreſſen. Auf einem künſtlich geebneten Platz ſtand dort ein hohes und langes Haus, hell getüncht und mit einer Unzahl von Fenſtern ver⸗ ſehen. Das ſei das neue Bad, ſagte der Träger.

Dasneue Bad odervordere Haus wird hier zu Land der Ort genannt, wo diejenigen Brunnengäſte unter⸗ gebracht werden, die von der Quellennymphe von Weißen⸗ burg, oder vielmehr von Herrn Müller, dem Badwirth, be⸗ ſonders begünſtigt ſind. Den Gegenſatz dazu bildet dasalte Bad oderhintere Haus, welches etwa eine Viertelſtunde weiter hinten in der ſtets mehr ſich verengenden Schlucht liegt. Das vordere Haus kann im hohen Sommer zwiſchen neun und drei Uhr von der Sonne beſchienen werden. Ueber die faſt überhängende Bergwand nach demhintern Bad zu gucken, präſtirt das Tagesgeſtirn ſelbſt um die Mittagsſtunde nicht. Wenn die Bewohner des vorderen Bades ihre Köpfe in einem Winkel von fünfundvierzig Graden nach hinten ſen⸗ ken, ſo ſind ſie im Stande zwiſchen bewaldeten Berghalden und ſenkrechten Felſen ein Stück wirklichen Himmels zu ſe⸗ hen; um nach dem Firmament ſchauen zu können, muß man ſich im hintern Bad auf den Rücken legen. Ins vordere Bad geht nur, wer's vermag; es gibt dort nur Eine Tafel und werden nur appetitliche Gäſte zugelaſſen; im alten Bade gibt es vier verſchiedene Tiſche und wird für die Hablichen, die Halbarmen, die Dreiviertelsarmen und die Ganzarmen viermal beſonders gekocht, und zu den letztern gehören die armen Schwindſüchtigen, welche vom Berner Inſelſpital eine

Freikarte für Weißenburg erhalten, was ungefähr ſo viel iſt

als ein viſirtes Wanderbuch nach der Ewigkeit.

Die Empfehlung des Arztes hatte mir Quartier im vor⸗ dern Haus zugeſichert. Herr Müller empfing mich aber mit der angenehmen Nachricht, daß mein Zimmer ſchon vergeben ſei. Die Gäſte, entſchuldigte er ſich, wären ſo zahlreich ein⸗