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ſchmolz, zog Fideli mit Vroni über den Gotthard. In der Kirche St. Peter zu Rom wurde über ſie der Segen ge⸗ ſprochen. Darauf kehrten ſie wieder mit durchlaufenen Sohlen in die Heimath zurück.
Im ſchönen Monat Mai, wenn die lauen Lüfte durch die Kirſchbäume ziehen, ſchneit es weiße Blüthen. Hoch und höher treibt der Roggen ſeine ſchlanken, ſchwanken Aehren und in goldener Pracht prangt der blühende Lewat. Da kommt über Nacht der Froſt und legt ſich über Feld und Wieſe und ſetzt ſich auf die blüthenbekränzten Bäume. Oder ein eiſiger Wind ſtürzt ſich unverſehens vom Berge und es wirbeln mit
den fallenden Blüthen die eiſigen Schneeflocken. Aus iſt's
dann mit den ſüßen Kirſchen, nimmer wird ſich die ſchlanke, ſchwanke Aehre mit ſchweren Körnern füllen, und der Lewat, der erſt noch in goldenem Schmucke prangte, hat jetzt ein ſchwarzbraunes Bußkleid angelegt und ſenkt trauernd den Kopf. Das kommt von den drei ſtrengen Rittern her, dem Servaz, Pankraz und Bonifaz, die mit Gewalt des rauhen Jenners Regiment wieder einführen möchten. Deßhalb zieht im ſchönen Monat Mai der fromme Chriſt in feierlicher Prozeſſion, mit Kreuz und Fahne hinaus auf Feld und Flur und bittet zu Gott unter lautem Sang und Klang, daß er behüten möge den Baum im Blüthenſchmuck, des Roggens ſchlanke Aehre, des Lewats goldene Pracht und das junge zarte Gras der Matten.
In der Strohhütte im Schachen, wo die vielen Weiden ſtehen, wohnte ein glücklich Paar. Wenn Abends nach Feier⸗ abendläuten Fideli von der Arbeit nach Hauſe kam, ſo konnte er ſchon von weitem ſeines Vroni glockenhelle Stimme ver⸗ nehmen, die nicht minder! fröhlich klang, als der Goldamſel Schmettern im Tannendickicht. Auf dieſes gab dann Fideli Antwort mit einem lauten Jauchzer, der weithin über die Matten und das Waſſer ſcholl und drüben wiederhallte am
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