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Auch ihm war das Loos des Zuſehens beſchieden, aber er ſchaute nicht ſowohl nach den rollenden Kugeln und den fallen⸗ den Kegeln, ſondern ganz anderswo hin. Es war ganz ab⸗ ſeits, wo man kaum noch die Töne der Tanzmuſik hören konnte, ein ſchattig Plätzchen unter einem dunkelgrünen Nußbaum, wo etliche Mädchen ſtunden, unter ihnen eines, ſchlank, mit dun⸗ kelm Haar und großen Augen, ein paar arme dünne Kleid⸗ lein am Leib, doch waren ſie ſauber und jeder Riß geflickt ſo gut als möglich. Nach der ſchlanken, braunen, blaſſen Dirne ſchaute Fideli unverwandt. Nur zuweilen ſchielte er nach dem Tanzſaal hinüber und ſenkte dann die Hand prüfend in die Taſche. Es waren nämlich nicht mehr als drei Batzen darin, knapp genug, die Muſikanten zu bezahlen für drei Tänze. Aber wo das mehrere hernehmen, um nach dem Tanz das Mädchen zum Wein zu führen, wie Brauch und Sitte iſt, und wär's auch nur zu einer Flaſche vom Sauerſten?— Lange ſchwankte der Kampf; ſollt' er oder ſollt' er nicht?
Endlich, als ihn bedünkte, das ſchlanke Vroni beim Hühner⸗ hubelbauer wolle mit ſeinen Kamerädinnen aufbrechen, faßte er ſeinen Entſchluß.„Willſt du drei haben mit mir, Vroni?“ —„Das werde wohl ſein Ernſt nicht ſein; ſie ſei gar ein arm's Meitſchi und habe nur ſo ſchlechte Kleidlein an.“ Dazu wurden ihre Wangen roth und fragend blickte ſie dem Fideli in die Augen.„Magſt oder magſt nicht?“ fragte der wieder. —„Wenn es dein Ernſt iſt, ſo mag ich wohl.“ Und ſie gin⸗ gen mit einander, der ſchlanke braune Fideli und das ſchlanke braune Vroneli, und die Geige und die Clarinete ſchien ihnen Engelsmuſik und der Backofendunſt des Tanzſaals Paradieſes⸗ luft, als ſie ſich durch das Gewühl und Gedräng der ſchweiß⸗ triefenden Dirnen und Buͤrſche im Kreiſe drehten.
Aber die Bauernſöhne, in deren Taſchen Händevoll Thaler klimperten, und die Müllerstöchter, die im Welſchland geweſen, rümpften die Naſe, daß ſo ein armüthig Pärchen ſich unter ſie gewagt. Und ſie ſtichelten und ſpöttelten, da ſeien auch


