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Zur ſchönen Sommerszeit, wenn die Pfingſtroſen blühen und ſpäter die feuerrothen Nelken, da zieht an den Feiertagen die Jugend aus, und wo eine Geige erklingt und etwa noch ein Clarinet, da ſammeln ſich die Knaben und Dirnen, um ſich luſtig zu machen und zu freuen der ſchönen Sommerszeit. Wer es hat und vermag, macht Staat. Der reiche Bauern⸗ ſohn ſchlägt auf den Tiſch, daß die großen Maasflaſchen klir⸗ rend zerſpringen und der Wein in breiten Strömen auf die Knie der Gäſte fließt, und wenn ihn ſein Mädchen abmah⸗ nend am Aermel zupft, ſo langt er aus der Hoſentaſche eine Handvoll Thaler und wirft ſie vor ſich auf den Tiſch und ſagt, wo die her ſeien, da fänden ſich noch mehrere, und er vermöge es wohl, ein wenig Wein zu verſchütten. Und die hoffhrtige Müllerstochter, die im Welſchland geweſen, um die Sprache zu lernen, rauſcht einher in ſteifer Seide und prangt blau, grün und roth, wie ein ſtolzer Pfau, und trägt Hand⸗ ſchuhe an den langen, magern Händen. Draußen vor dem Hauſe, aus welchem die Töne der Geige und Clarinete er⸗ ſchallen, ſtehen zu fünfen oder ſechſen beiſammen die Dirnen in groben halbleinenen Jüppen, mit Schürzen und Tſchöppen keineswegs von Seide, ſondern von dünnem, wohlfeilen Zeug. Wie etwa die Seelen des Fegefeuers durch die offene Himmels⸗ thür in die Herrlichkeit des Paradieſes blicken, ſo werfen dieſe armen Seelen in Halbleinjüppen verlangende Blicke zu den Fenſtern des Tanzſaals hinein. Ein Mehreres wird ihnen nicht zu Theil, denn wer möchte ſo ein armſelig Ding, das kaum mehr hat, als das Hemdlein auf dem Leibe und etwa noch ein zweites zum wechſeln, ſo ein Ding, daß weder Gülten, noch Aecker, noch Wäſſermatten beſitzt, nicht einmal einen al— ten, reichen, ledigen Vetter, wer möchte ein ſolches zu Tanz und Weine führen?
Fideli ſtand damals auch vor dem Bären auf der Schnabel⸗ weid bei der Kegelbahn, doch nicht etwa um mit den reichen Bauernſöhnen zu kegeln; dazu waren ſeine Taſchen zu leicht.


