Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1852)
Entstehung
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das Mädchen ſtand drinnen— ein Sprung hinein und die Wette wäre gewonnen geweſen. Da kam aber, wie ein Blitz⸗ ſtrahl aus heiterem Himmel, eine Maulſchelle zum offenen Fenſter hinaus gefahren, wie der Michel noch niemals eine erlebt hatte, und bevor er ſich recht beſinnen konnte, lag er drei Schritte von der Holzbeige am Boden. Glücklicherweiſe blieb Alles ſtill, mit Ausnahme des Bäri und Ringgi, die noch 5 immer hinter dem Hauſe ſich balgten. Michel konnte alſo un⸗

bemerkt den Rückzug ergreifen, wobei er überlegte, daß er dem

Meitſchi nie zugetraut hätte, eine ſo kräftige Hand zu führen,

und daß es ein rechtes Gfell ſei, daß er ihm darüber gekom⸗

men, bevor er Ernſt gemacht. Es wäre doch unkomod, eine

Frau mit einem ſo zügigen Arm zu haben. Des Holzboden⸗ bauers Michel hatte näͤmlich nicht gemerkt, daß er nicht etwa vom Liſeli, ſondern vom Lungi begrüßt worden ſei, welches Arme beſaß einem Emmenthaler Käſer zum Trotz und Waden wie ebenrechte Ankenkübel,— vom Lungi, von deſſen Tritten alle Kreuzſtöcke im ganzen Hauſe klirrten, wenn es leiſe die Treppe S hinauf ſchleichen wollte. Hätte der Beſuch der Meiſtermagd

auf der Sommerhalde ſelber gegolten, Michel wäre wahr⸗ ſcheinlich weniger unfreundlich empfangen worden. Denn einem

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Lungi, das ſeine fünf Fuß fünf Zoll in der Länge und ſeine fünfviertel Ellen über den Rücken mißt, einem Lungi, welches 6 es im Rumpuſſen mit dem ſtämmigſten oberländer Schwinger 4

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aufgenommen hätte, wäre ein Holzbodenbauer trotz ſeiner Groblächtigkeit ein gefundenes Freſſen. Aber eben weil der Michel zu einer Andern wollte, ſo that Lungi deſto lieber, wie die Meiſterstochter es geheißen hatte. 4

Mit dieſem Freier war nun alſo gründlich gebrochen. 6 Dafür ſtellte ſich aber bald ein anderer ein, nämlich der Frie⸗ 3 densrichter ab dem Haberberg. Der Friedensrichter gehörte nicht mehr zu den jüngſten, im Gegentheil; auch war er kein „Chnab“ mehr, ſondern ein„Wittlig“; ferner ſah er nicht aus, wie Milch und Blut, ſondern ſeine Haut hatte die Farbe 2