Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1852)
Entstehung
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ſchwarzen Sammetmieder ein Paar kurze weiße Hemdsärmel und aus den Hemdsärmeln ein Paar runde, ſonnengebräunte Arme. Das Käppchen mit den himmelblauen Seidenbändern hatte ſchließlich einem breiten Strohhut Platz machen müſſen. Aber in dieſem Werktagsanzug war Liſeli um kein Haar häß⸗ licher, als in ſeinem ſchönſten Putze.

Dieſer Anſicht war unter andern auch des Holzboden⸗ bauers Michel, der ſchon ſeit langeher ein Auge auf das Mäd⸗ chen geworfen hatte. Der vermaß ſich einmal beim kegeln, er wolle zum Liſeli an der Sommerhalde z'Kilt, und wäre der Ringgi noch einmal ſo biſſig und der Joggi noch einmal ſo pfiffig; worauf ſogar mit den Kameraden noch einige Maaß vom Beſſern gewettet wurden.

Holzbodenbauers Michel war keineswegs von den min⸗ deren einer. Sein Vater hatte nicht weniger Roſſe im Stall 1 und Garben in der Scheuer, als der Sommerhaldenbauer; und was Michel ſelber anbetrifft, ſo ſtand derſelbe in bedeuten⸗ dem Rufe auf allen Jahrmärkten und an allen Kirchweihen.

Denn wem er mit ſeiner Pratze einen Wink gab, der ſpürte es nicht nur bis am andern Morgen, und wem er über den Tiſch herüber eine volle Maaßflaſche in's Geſicht warf, der

that gut, den Scherer in Verding zu nehmen ſtatt an Tag⸗ lohn. Aber die Liebe betrieb er etwas groblächtig.

Als er in einer finſtern Nacht der Sommerhalde zuſchlich, nahm er den Bäri mit; der werde dann dem Ringgi ſchon den Meiſter zeigen. Und als ſich die beiden Hunde hinter dem Hauſe herumbiſſen, nahm er den Augenblick wahr und ſchwang ſich auf die Holzbeige vor Liſeli's Fenſter. Mit dem gebräuch⸗ lichenbst, bst, Schätzeli, mach auf! wurde die Werbung begonnen. Nichts ließ ſich hören.Mach auf, du Donners⸗ meitſchi! S'iſt's Holzbodenbauers Michel. Noch Alles ſtill. Läßſt mich nicht gutwillig ein, ſo ſchlage ich den Kreuzſtock zuſammen, du Sackermentsmoore! Aber bevor er noch mit dem letzten Kraftſpruch fertig war, ging das Fenſter auf